Alghero, den 21. 06. 1992
Die Tage vergehen immer so riesig schnell. In gewisser Hinsicht ist dies ja schön. Dies beweist, dass wir keine Langeweile haben.
Jeden Sonntag sind wir für den Gottesdienst, in einer unserer vier Gemeinden ( Alghero, Sassari, Porto Torres, Olbia) verantwortlich.
Anfang Juni ändert sich da etwas, weil die Gemeinde Sassari sich über die Sommermonate jeden Sonnabend zum Gebet und zum Gottesdienst (von 18-20 Uhr) versammelt. Somit wird unserer Ritmus etwas intensiver. Wir haben einen Sonntag mehr für Alghero zur Verfügung, der Gemeinde, die die geringste Selbstständigkeit hat, und könnten, praktisch gesehen, jeden Sonnabend nach Sassari zum Gottesdienst fahren, was wir aber wahrscheinlich nicht machen werden, weil es mir persönlich, an Kraft und Zeit mangeln würde.
Dazu kommt dann noch, dass sich die Gemeinde Porto Torres, den Sommer über, wieder im Pinienwald zum Gottesdienst treffen wird. Auch wenn wir nicht zum Gottesdienst dort sein werden, werden wir doch zum Mittag dahin fahren, um dann, am Nachmittag, mit der Gemeinde, und den Brüdern noch extra, Gemeinschaft über dem Wort pflegen zu können.
Dieser sonntägliche Ritmus wird manchmal durch besondere Anlässe unterbrochen. Beispielsweise: Einweihung eines Versammlungslokales (8.3. in Oristano),
Beerdigungen (3. April in Arzachena + 5. April in Porto Scuso).
In der Gemeinde Sassari spielen seit einigen Wochen vier Schwestern ihre Musikinstrumente zum Gottesdienst ( 2 Flöten, 1 Querflöte + 1 Kontrabass). Dies gibt eine besonders feierliche Note.
Jeden Montag habe ich um 10 Uhr vormittags eine Bibelstunde in Alghero. Wir haben diese Zeit gewählt, weil da die Schwestern die beste Zeit haben und die Kinder, in der meisten Zeit des Jahres, in der Schule oder im Kindergarten sind. Bruno und seine Frau treffen sich Freitag Nacht zu einer Bibelstunde mit den Werktätigen in ihrer Wohnung. Wir haben in Alghero nur drei Brüder.
Jeden 1.Mittwoch im Monat fahren wir zu einer zweistündigen Versammlung der Gemeinde Porto-Torres.(In diesem Monat habe ich ausnahmsweise zwei weitere Bibelstunden über ein spezielles Thema.
Jeden Donnerstag fahren wir nach Sassari. Oft schon am Vormittag für Besorgungen und Besuche. Vor den normalen Bibelstunden um 19 Uhr, habe ich abwechselnd spezielle Treffen für:
1.) die Geschwister, die eine Verantwortung in der Gemeinde tragen (wir versuchen für alle Geschwister eine Verantwortung zu finden, was nicht sehr leicht ist),
2.) für Zonenverantwortliche (wir haben die Gemeinde in Zonen aufgeteilt)
3.) für das Evangelisationsteam ( dieses Team hat einen wöchentlichen Einsatz in einer Ortschaft und dazu noch einen Einsatz in Sassari selbst).
Diese Geschwister legen in dieser Stunde Rechenschaft ab und sollen für ihren Dienst zubereitet werden.Einmal im Monat treffe ich mich mit den Jugendlichen der Gemeinde Sassari.
Vom 17. - 20. 4. haben wir unsere jährliche Osterjugend-Freizeit in Siniscola mit 50 Jugendlichen aus unseren Gemeinden gehabt.
Jeden freien Augenblick verbringe ich, um mich für die Bibelstunden und diese speziellen Stunden vorzubereiten.
Seit einer Woche haben wir einen Personalcomputer (IBM PS/1 386 SX mit 2Mb Ram + 40 Mb HD), den uns Geschwister aus der Schweiz geschenkt haben. Dem Herrn sei Lob und Dank dafür. Dieser Computer ist mir schon eine große Hilfe für die Vorbereitungen geworden, was ich nie gedacht hätte. Ich habe auch schon angefangen eine Übersetzung von Evangelina aus dem französischen, "Eine Botschaft Gottes für Witwen", einzuspeichern. Wir wollen diese Broschüre drucken. Dies ist schon die zweite Broschüre die Evangelina übersetzt hat. Beide sind von einem kanadischen Bruder geschrieben, der jährlich in Italien weilt: Gaston Racine.Evangelina trifft sich jeden Freitag Morgen mit den Schwestern in Alghero zum Gebet.
An den freien Vormittagen geht sie abwechselnd mit einer Schwester von Tür zu Tür und an den Nachmittagen besucht sie Kontakte oder Geschwister.
An den Samstagen besucht sie Geschwister in Alghero.
Einmal monatlich hat sie eine Versammlung mit den Schwestern in Porto Torres, Sassari und Tissi.
Mit sehr großer Hingabe, organisiert sie fast jeden Monat eine Agape, abwechselnd mit älteren Geschwistern, Schwestern oder Jugendlichen.
Für Ende Juni bereitet sie ein Kinderlager für Kinder von 8-13 Jahre vor, das in Siniscola stattfinden soll.
Danach wird sie ihre Mutter besuchen, die laufende Pflege nötig hat.
Für den Monat Oktober bereitet sie den nächsten Basar vor. Der Erlös kommt der Evangelisation zugute. Der letzte Basar ergab 3.300.000 £ für die Radioarbeit.
Jeden Monat bereitet Evangelina eine Gebetsliste für die Gemeinden vor.Markus hatte am 1.3. im Kulturzentrum Porto Torres ein gutgelungenes Treffen der Gemeinden, zum Geburtstag der Radioarbeit, organisiert. Ich wäre nie auf diese Idee gekommen. Viele Gläubige habe so zum ersten Mal, in Bild und Wort, die Entwicklung der Radioarbeit, mit Problemen und Freuden, miterlebt.
1. Juli 1992Im Augenblick bin ich allein zu Hause. Evangelina ist mit 50 Kindern in Siniscola für eine Freizeit. Möge der Herr ihr viel Kraft, Weisheit und Freude zu diesem Dienst schenken.
Am Freitag den 26. Juni waren wir zum dritten Mal auf dem Limbaraberg. Wir haben für fast einen Monat nicht von dort senden können, weil ganz plötzlich unsere Frequenz mit der der Carbinieri eine Störfrequenz im Militärsenderbereich ergeben hatte. Wir glauben, dass alle Dinge zum Besten dienen für die, die den Herrn lieben. Wir glauben nicht an Zufälle. Ich fragte mich was da wohl für Gutes an das Tageslicht kommen würde.
Schon lange hätten wir eine zweite Antenne anbringen wollen. Doch im Augenblick sind keine Veränderungen möglich. Nun konnten wir den Vorschlag machen: wir werden versuchen eine zweite Antenne anzubringen und so den Senderadius verändern. Vielleicht wird dadurch die Störung beseitigt. Und so war es dann auch. Ein Wunder Gottes? Dazu wurde uns bei der Gelegenheit gesagt, dass ein Fernsehsender die alten Sendekabeln zum Gebrauch zur Verfügung stellen würde. Wir haben davon Gebrauch gemacht und damit mehr als 100 Watt Ausgangsleistung gewonnen. Und drittens haben wir die Bekanntschaft mit einem Carabiniere aus Palermo gemacht, der bei den Messungen dabei sein musste und konnten mit ihm über den Glauben reden und ihn ein Büchlein schenken, das er dankbar angenommen hat. Er heißt: Dellaporta. Ist Gott nicht wunderbar?
Viele Probleme stehen noch an, doch auch in diesen wird sich Gott wunderbar erweisen.
Auch auf dem Alvaroberg, in S.Giovanni und in Oristano sind verschiedene Tageseinsätze nötig, um die anlaufenden Arbeiten an den Sendestationen zu erledigen. Da es aber immer genug Arbeit mit den Gemeinden gibt, hinken wir mit diesen Arbeiten schon seit Monaten hinterher.Montag den 15. Juni sind wir bei Maria Grazia in Semestene gewesen. Wir haben sie im Dezember 1986 kennen gelernt als sie uns einen Brief schrieb, um ein Buch und einen Kalender erhalten zu können, die wir über Radio angeboten hatten. Daraufhin entwickelte sich eine Korrespondenz, die aber kurz darauf unterbrochen werden musste, weil ihr Mann ihr jeglichen Kontakt mit uns verbot. Sie besuchte in Semestene einen Kreis von Neu-Katechisten, eine kath. Bewegung, die in Spanien ihren Ursprung hat. Dann ging der Priester in die Mission und der Kreis flog auf, da der Mönch, der nun die Ortschaft zu betreuen hat, gegen diese Bewegung ist. Dann wagte es Maria Grazia uns zu telefonieren und die Gemeinden beteten für sie. In der Zwischenzeit folgte sie täglich unsere Radiosendungen. Dann war es plötzlich so weit, dass sie es wagte, Stellung zu beziehen. Sie verließ die Kirche und sagte dem Mönch, dass sie bereit wäre mit ihm die Bibel zu lesen. Lob und Dank sei unserem Herrn, dass Er ihr einen solchen Mut geschenkt hat so ganz allein in der Ortschaft und gegen den Willen des Mannes und der Eltern, die sie in ihrer Wohnung pflegt, sich zu "Jesus allein" zu bekennen. Unsere Freude war riesig als wir sie endlich umarmen konnten und einige Stunden der Gemeinschaft haben durften.
Bei meiner diesjährigen Fango Kur, in einem Gruppengespräch über den Glauben, bei dem auch ein Ehepaar dabei war, die sich nachher als Ex Zeugen Jehovas entpuppten, sagte eine Frau (TONINA), dass zu ihr noch niemand an die Tür gekommen wäre. Falls ihr Jemand beim Bibellesen helfen würde wäre sie dafür offen, da sie die Bibel nicht verstehe. Darauf sagte ich ihr, dass ich ihr gerne diesen Wunsch erfüllen würde und dass wir sofort damit anfangen könnten, da wir wahrend der Fangokur viel Zeit hätten. Wir verbrachten im gesamten so gegen 10 Stunden zusammen. Ich konnte ihr einen Überblick über die Bibel vermitteln und ihr deutlich den Heilsweg erklären, dabei liefen ihr die Tränen über die Wangen. Das war kein schlechtes Zeichen. Seither hat sie nichts mehr von sich hören lassen.
Die Kurgäste meinten, dass ich nur Zeit hätte, um über Jesus zu reden. Ein Mann sagte mir, nachdem er ein Traktat gelesen hatte: seien sie doch ehrlich, sie sind nicht zur Kur hierher gekommen, sondern um ihre Mission zu treiben. Mein Zimmerkollege meinte beim Abschied: Es war bestimmt kein Zufall, dass wir im gleichen Zimmer zusammen waren. Es war nötig, dass jemand mit mir über Gott gesprochen hat. Die Zeit wird nun zeigen, ob bleibende Frucht entstanden ist..Seit einigen Wochen fahren jeden Donnerstag etwa 20 Schwestern der Gemeinde Porto Torres nach Sorso, um dort von Tür zu Tür zu gehen. Evangelina hat dies schon vor einigen Jahren ohne jeglichen Erfolg getan. Einige Jahre vorher hatten wir dort sonntäglich Freiversammlungen. In der Zwischenzeit wohnen dort 2 gläubige Familien. Wir hoffen, dass unsere Schwestern dieses Mal mehr Erfolg haben dürfen.
25. August 1992
Wir sind augenblicklich mitten in der Evangelisation, die Markus, unser Sohn organisiert hat. Sie findet im Kultursaal der Stadt Porto Torres statt und wird bis Montag den 31. dauern. Wir werden nicht an jedem Abend dabei sein, da ich am Donnerstag und (ausnahmsweise) diesen Freitag (normalerweise montags) eine Bibelstunde in Sassari und Alghero habe. Während unserer Abwesenheit, muss Markus die Leitung des Abends übernehmen. Wir erwarten, dass der Herr großes unter uns tut. An den Versammlungen nehmen auch Geschwister der Gemeinde Sassari teil, die dazu Leute mitbringen. Somit gilt die Evangelisation jeweils für beide Gemeinden.
Die Gemeinde Alghero nimmt noch nicht daran teil, da sie fast ausnahmslos aus Frauen besteht. Mit den jungen Männern habe ich vor zwei Wochen eine Bibelstunde (jeden Montag um 21,30 Uhr) angefangen.Wahrscheinlich werde ich am Ende des Jahres den Buchhandel aufgeben, da die gesetzliche Buchführung mir zuviel Zeit wegnimmt. Da die Regierung in der Klemme ist kommen immer neue Bestimmungen dazu, die den Handel immer komplizierter gestalten. Anfang nächsten Jahres müssten wir uns eine Kasse kaufen und diese immer mit uns herumtragen, wenn wir Bücher verkaufen wollen. Da es eine Möglichkeit gibt, Bücher ohne Verdienst zu vertreiben, werden wir wahrscheinlich diese wahrnehmen.
Am 6. September werden wir, so Gott will, unsere Taufen haben. Wir erbitten besondere Weisheit für den Dienst an den Täuflingen und einen gesegneten Tag für Gläubige und Gäste, die an der Taufe teilnehmen werden. Im diesem Jahr haben wir 6 Taufgesuche aus der Gemeinde Sassari und 12 aus der Gemeinde Porto Torres, doch werden wir nicht allen Anfragen entsprechen.
Maria Grazia aus Semestene geht im Glauben voran, obwohl sie keine Gemeinschaft mit uns pflegen kann. Sie benutzt jede Gelegenheit, um treu ihren Heiland zu bezeugen. Wenn ich daran denke, dass viele Gläubige hinken, obwohl sie die Möglichkeit der Gemeinschaft haben und diese auch des öfteren nicht wahrnehmen, dann ist uns Maria Grazie ein leuchtendes Beispiel der Gnade Gottes. Vielleicht überfüttern wir unsere Geschwister. Möge der Herr uns da Weisheit schenken.Letztlich habe ich zwei Hörerbriefe beantworten können. Normalerweise schreiben uns Hörer die grosse Probleme haben. Aus Alghero hat uns ein junger Mann mit psychischen Problemen angerufen, der seit einiger Zeit mit den sogenannten Zeugen Jeh. in Kontakt ist. Der Kontakt scheint positiv zu sein.
Das Treffen mit dem Zeugen Jeh. aus Sassari liegt noch vor mir und soll am Anfang September stattfinden. Es handelt sich um eine leitenden Mann.
Zu den Versammlungen in Sassari sind schon für einige Male Mormonenmissionare gekommen. Sie hegen Hoffnung, einige unserer Jugendlichen zu überzeugen, die mit ihnen Kontakt aufgenommen haben und sie über ihre Lehre ausgefragt haben. Möge der hingegen Gnade schenken und ihnen die Augen öffnen.
Vor uns liegt eine Jugend- und Familienfreizeit in Siniscola, die Markus organisiert hat. Er hat dazu einen Bruder eingeladen, der schon des öfteren Dienste in unseren Gemeinden geleistet hat und sehr beliebt ist. Wir wissen noch nicht ob wir daran teilnehmen werden, obwohl uns Markus dazu eingeladen hat. Er kann dies wunderbar allein machen. Auch in der Gemeinde Porto Torres ist er im Augenblick der einzige leitende Bruder, da Giovanni sich zu-rückgezogen hat. In der Tat war er nur offiziell mitverantwortlich.
14. September 1992
Mit viel Freude dürfen wir auf die Evangelisation in Porto Torres zurückblicken. Die Gläubigen der drei Gemeinden sind gestärkt worden und gegen die 17 haben bekannt, den Herrn Jesus nachfolgen zu wollen. Einige hatten diese Entscheidung schon vor der Evangelisation getroffen und dies nun öffentlich bekannt; andere hingegen sind in dieser Evangelisation zum ersten Mal unter das Wort Gottes gekommen und hatten die Gnade, das Heil sofort erfassen zu dürfen, was selten vorkommt.Am 6. September haben 16 Geschwister am Strand von Porto Torres mit der Taufe ihre Entscheidung, nicht mehr sich selbst, sondern für Jesus leben zu wollen, zum Ausdruck gebracht. Für einige war es der schönste Tag ihres Leben. Eine Schwester sagte: Meine Hochzeit war schön, aber meine Taufe war schöner.
Anschließend haben wir im Pinienwald den Gottesdienst abgehalten und haben dann nach dem gemeinsamen Mittagessen den Geschwistern ihren Taufspruch mit einem für sie ausgewählten Buch ausgehändigt.Wir haben inzwischen das zweite Büchlein von Racin für Witwen herausgeben können und sind dabei ein Buch zu schreiben, das Pfingstgeschwistern zum besserem Verständnis der Bibel verhelfen soll. Da wir die einzelnen Kapitel schon Pfingstbrüdern zuschicken, damit sie mir ihre Bemerkungen zuschicken, wollen wir bitten, dass der Herr an uns und ihnen wirken möchte, damit diese Arbeit Ihn ehrt.
Ich habe inzwischen Gianni, den jungen Mann aus Alghero, verschiedene Male besucht. Er hat sich sehr gefreut, scheint auch die Irrtümer der Z.J. zu verstehen, aber ist inzwischen sentimental mit den Z.J. verbunden, da sie ihm geholfen haben die Bibel zu lesen und ihm auch Gesellschaft leisten (er ist beschränkt bewegungsfähig). Gestern habe ich ihm gesagt, dass er nun diesen Z.J. helfen müsste. Ich habe ihm ein Buch von Ex-Z.J. gegeben, diese haben ihm jedoch abgeraten, es zu lesen.
Seit einigen Wochen haben wir in Alghero eine Bibelstunde mehr. Jeden Montag um 10 Uhr für die Schwestern und um 21.15 Uhr für die Brüder.
Am 29. wird Evangelina in Fertilia ihr Tagestreffen mit den Schwestern aller sardischen Gemeinden haben.
20. Oktober 1992Der Herr ist sehr gut zu uns. In diesen Tagen geht es mir persönlich etwas besser. Seit meinem Unfall im letzten Jahr haben mich die Kopfschmerzen selten verlassen. Es kann sein, dass dies auch mit Schädigungen durch Radiowellen zu tun hat, denen wir seit vielen Jahren Tag und Nacht ausgesetzt sind. Hier in Alghero schlafe ich direkt unter der Antenne. Als ich kürzlich den 500 Watt-Sender vom Rasuberg in meinem Studio zur Reparatur hatte, las ich in der Gebrauchsanweisung der Radioröhren, wie gesundheits-schädlich es ist, sich ohne Unterbrechung stärkerer Radiostrahlungen auszusetzen. Deshalb unterbrechen wir für Alghero die Sendung gegen 20 Uhr und machen unsere Hörer darauf aufmerksam, dass sie versuchen können ihr Radio auf die Wellenlänge von Porto Torres einzustellen, die in fast ganz Alghero empfangen werden kann.
Der Herr gibt uns viel Freude im Dienst. Evangelina hat in der letzten Zeit in ihren Besuchen von Tür zu Tür verschiedene versprechende Kontakte machen können.In diesem Jahr hat Evangelina jeden Sonnabend die Kinderstunde der 9-14jährigen in Alghero.
Auch unsere Bibelstunde für Männer am Montag um 21,15 Uhr macht uns Freude. Ohne mich sind wir 8 Männer. Zur nächsten Versammlung wird wahrscheinlich auch Marco kommen. Er liest seit einiger Zeit die Bibel (das A.T). Seine Frau, Franca, besucht schon seit einiger Zeit die Versammlungen und die Tochter die Kinderstunde. Es ist Gnade, wenn eine ganze Familie sich dem Herrn öffnet.Von den beiden Radiokontakten, die wir kürzlich in Alghero machen konnten, hat sich Caterina zurückgezogen. Sie hat ganz klar die Erlösung in Jesus Christus erkannt, konnte sich aber nicht vom Marienkult lösen. Gianni wird weiterhin von Zeugen Jehovas besucht an die er seelisch gebunden ist, weil sie ihm die Augen über die kath. Kirche geöffnet und zum Lesen der Bibel angeregt haben. Beim nächsten Besuch werde ich mir einen jungen gläubigen Bruder mitnehmen, damit dieser später die Besuche übernehmen kann.
In Sassari und Porto Torres haben zwei Brüder die Nacharbeit für die, bei der Evangelisation bekehrten Männer, übernommen.
Ich sollte den Brüdern das nötige Material vorbereiten, damit sie diesen Dienst besser tun können. Beim letzten Treffen der verantwortlichen Geschwister in Sassari, ist diese Problematik ans Licht gekommen.Am 10. Oktober haben Gianni und Paola, von der Gemeinde Sassari, geheiratet. Es war eine schöne Hochzeit. Es macht Freude eine Hochzeit zu zelebrieren, wenn die Jugendlichen sich vorher gottgemäß verhalten haben, was heute immer schwieriger wird.
Für unsere Radioarbeit haben wir für ein weiteres Jahr grünes Licht. Die Regierung hat so viele Probleme, dass sie sich nicht um die Regelung der freien Sender kümmern kann. Wir sollten auf dem Mte. Alvaro verschiedene Arbeiten verrichten. Noch ist die Entscheidung nicht gefallen ob Herr De Cicco uns den Strom weiter gibt. Darum ist es entscheidend, dass wir die Parabolantennen anbringen und die Umsetzer für die anderen Berge mit Sonnenenergie betreiben. Nur steht uns in diesen Wochen das Wetter nicht bei. Wir bitten auch um die Seele von De Cicco.
8. November 1992De Cicco, der Verwalter der Sandgrube, hat uns bis heute die Elektrizität für unseren Umsetzer und Sender auf dem Alvaroberg gelassen und hat dem Markus gesagt, dass wir, bis er uns nichts sagt, weiter senden können.
Als ich Gianni (Radiokontakt - Alghero) das letzte Mal besucht habe, kamen kurz nach mir die TG. Das Gespräch hat nichts Nützliches ergeben. Es war für Gianni negativ. Gianni ist sehr einfach und empfindlich für Besuche, ganz gleich von wem, da er als Gehbeschädigter ans Haus gebunden ist. Er liest kaum die Bibel, aber ist dankbar für Jeden, der sie mit ihm liest. Wir werden sehen ob der Herr für ihn Gnade schenken wird.
Unsere Jugendlichen der Gemeinde Sassari sind wieder in einem Fußballwettkampf eingespannt, das von der katholischen Jugend organisiert worden ist. Es nehmen daran 15 Mannschaften teil. Beim letzten Wettkampf haben sie eine Trophäe für faires Spielen erhalten. Das ist auch nicht schlecht. Sie tragen Hemden mit der Aufschrift: "Radio Neues Leben", beten öffentlich vor dem Spiel und verteilen nach dem Spiel Traktate. Beim zweiten Spiel haben sie sehr gelitten, weil ihre Gegner sehr geklotzt haben. Sie haben trotzdem pariert. Ein Bruder musste nachher seinen Arm eingipsen lassen. Donnerstag hingegen haben sie gewonnen und sind bis heute die einzigste Mannschaft, die keine Verwarnung erhalten hat.
Franco, auch ein Radiokontakt aus Sassari, macht uns Freude. Vor vielen Jahren besuchte er einige Male die Versammlung. Dann haben wir lange nichts mehr von ihm gehört. Er hat inzwischen Mormonen und Zeugen Jehovas besucht, hat geheiratet und ist geschieden. Dann hat er unsere Sendungen angehört und uns geschrieben: Er würde sich schämen und hätte nicht mehr den Mut, zu den Versammlungen zu kommen. Das war im April. Auf meine Antwort hin kam er dann treu zu den Versammlungen und scheint auch zu zeugen, denn er hat sich viele Kugelschreiber mit der Aufschrift: "Jesus liebt Dich" gekauft. Letzten Donnerstag sagte er mir, dass er auf Grund einer Radiobotschaft von mir verstanden habe, dass er nicht mehr heiraten könne, weil er geschieden ist. Er wäre aber bereit, sich mit seiner Frau zu versöhnen, falls diese ihren Geliebten verlas-sen würde. Möge der Herr ihm diese Gnade schenken.
25. November 1992
gestern hat man uns mitgeteilt, daß wir zu den 20 italienischen Gemeinden gehören, die von der Billy Graham Organisation die Geräte geliehen bekommen, damit wir an der Evangelisation vom 17. - 21. März in Deutschland, über Satellit teilnehmen können. Jetzt gilt es das geeignete Gebäude zu finden, auf dem wir die Parabolantenne anbringen und zugleich die Evangelisation abhalten können.
Anschließend können wir die Geräte noch für 8 Wochen behalten und mit den aufgenommenen Videokassetten und dem Projektor weitere Evangelisationen halten.
Für den 8. Dezember habe ich alle verantwortlichen Brüder nach Sassari eingeladen, damit wir die verschieden Einsätze besprechen können. Wir sind natürlich am meisten gefordert, da wir bei sämtlichen Evangelisationen, der technischen Geräte wegen, dabei sein müssen.
Wir möchten für diese Evangelisationen auch eine Anzahl Gläubige als Seelsorger vorbereiten.
Letzten Samstag sind wir zu 8 auf dem Alvaroberg gewesen und haben die Grundlage für einen Mast für eine Parabolantenne vorbereitet. Markus hat das Hütte geweißt und eine neue Stromverteilung verlegt, denn ein Stromstoß hatte sämtliche Stecker der Geräte verbrannt. Wände und Geräte waren schwarz. Aber wir hatten keinen großen Schaden. Dem Herrn sei Dank.
Diesen Samstag werden wir die Parabolantenne anbringen, streichen, die nötigen Verbindungskabel vorbereiten und anschließen. Wir hoffen, daß der Herr uns wieder einen schönen Tag schenkt, dann arbeitet man mit viel Freude. Gute Luft und Bewegung tun gut, auch wenn einem am Abend alles weh tut.
Unser Männerversammlungen haben in allen drei Gemeinden guten Anklang gefunden und machen uns viel Freude. Hoffentlich schenkt der Herr Gnade, daß dadurch Nachwuchs heranwächst.
22. Dezember 1992Wir stehen in den Vorbereitungen für die Evangelisation von Billy Graham "PRO CHRIST 93", vom 17.- 21. März 1993
Es ist geplant, daß wir am 17. März einen Zeugnis-Marsch durch Porto Torres machen, der am Kino enden wird, wo wir daraufhin die Evangelisation eröffnen werden. Die Evangelisation soll bis zum 24. ausgedehnt werden.
Anschließend werden wir Evangelisationen in Alghero, Oristano, Olbia, Siniscola und Nuoro haben, bei denen wir die auf Video-film aufgenommene Evangelisation vorführen werden. Auch dafür sind Kinos vorgesehen.
Plakate, Anzeigen in den Zeitungen und lokale Fernsehsender sollen für diese Veranstaltungen werben.
Gleichzeitig wollen wir in die Schulen gehen und Moodyfilme zeigen und für die Abendveranstaltungen einladen.
Möge der Herr uns recht leiten, damit wir Seinen Plan erkennen und ausführen und Er in allem verherrlicht wird.
Wir hatten in diesem Jahr vier Beerdigungen.
Das sind besondere Gelegenheiten, um das Evangelium an Fernstehende zu verkündigen.