Alghero, den 19. 1. 1993

Die Zeit vergeht schnell, weil lange Weile für uns ein Fremdwort ist.
Was für eine Gnade, daß der Herr uns den Blick für die Ewigkeit geschenkt hat und dementsprechend unser Leben benutzen möchte.

Wir sind bei den Vorbereitungen für die Evangelisation.
Die Tage der Evangelisation für Porto Torres, Alghero und Sassari sind festgelegt.
Wir haben auch die Zusicherung, aber noch keine schriftlichen Bestätigungen für die nötigen Räume.
Wir haben mit der Ausrüstung der Gläubigen angefangen, was uns viel Freude bereitet.

Geschwister haben uns auf die Problematik der Evangelisation mit Billy Graham aufmerksam gemacht, über die ich schon mit Markus und Alexander (Sassari) gesprochen habe. Wir werden selbstverständlich keinerlei Kompromisse eingehen und erwarten die Ankunft der Brüder, die uns das Vorbereitungsmaterial bringen und die nötigen Auskünfte geben werden. Ich habe ihnen schon unsere Verblüffung kundgetan und ihnen gesagt, daß ich mit dem europäischen Verantwortlichen klar reden möchte. Wir werden jedenfalls mit oder ohne Billy Graham unsere Evangelisationen halten. Wir kennen die kath. Kirche aus Erfahrung und kennen auch ihre Versuche sich mittels Charismatik und Angleichungstaktik in unsere Reihen einzuschleichen, um die sogenannten getrennten Brüder in die römische Herde zurückzuführen.
Die Neukatechisten, um nur eine Bewegung der kath. Kirche zu nennen, haben viele Dinge mit uns gleich, lesen die Bibel, benutzen Brot und Wein zum Erinnerungsmahl, gebrauchen unseren Wortschatz, sind eine Gemeinde in der Kirche, werden am Ende ihres "Weges" sogar noch einmal getauft.
Sie sind der Kirche nützlich, obwohl sie viele Praktiken der Kirche Infragestellen.
Wie zur Zeit Jesu ist es einfacher die Fernen mit dem Evangelium zu erreichen als die religiös aktiven, weil sie meinen mit ihnen sei schon alles in Ordnung.

Die Frau von Pepino gehört zu ihnen und hofft, daß er zur kath. Kirche mit ihrem Marien- und Totenkult, den Sakramenten und dem "Rappresentanten Christi", zurückfindet. Er hat interessanter Weise seine Entscheidung für Jesus während einer Klausur mit den Neukatechisten gefällt, nachdem er den Heilsweg schon für längere Zeit durch seine Gemeinschaft mit uns erkannt hatte. Am Anfang hatte er viele Probleme mit seiner Frau. Jetzt streiten sie sich nicht mehr über religiöse Probleme. Sie tröstet sich, daß sie beide an Jesus glauben, wenn auch in einer verschiedenen Art und Weise. In ihren Augen bin ich natürlich schuldig, daß ihre Familie eine geistliche Trennung erfahren hat. Pepino hingegen ist sehr dankbar für die Gnade, die ihm der Herr geschenkt hat.
Im Dezember hat er sich mit seinem Bruder, der auch zu den Neukatechisten gehört, an der Universität Sassari für einen kath. Theologiekursus eingeschrieben und dies obwohl er als Bäcker nachts arbeitet und 6 kleine Kinder hat, die er hüten muß, wenn sie zu ihren Versammlungen geht. Ich hatte ihn wohl davon abgeraten, mehr konnte ich nicht tun. Nun gilt es zu wachen, daß er sich nicht durch Filophie und liberale Theologie verseuchen läßt.

Wir wollen für:
die Aussprachen mit den Brüdern des Billy Graham Teams,
das geistl. Wachstum von Pepino und Gavina, seiner Frau, beten!

Nun noch einige Notizen für diejenigen, die für unsere Fußballmannschaft Sassari gebetet haben. Sie haben das Turnier unter 16 Mannschaften als Zweite abgeschlossen und haben dazu noch die Trophäe für korektes Spielen erhalten.
Das ist ein Grund zum Loben.

In einem internen Treffen ist beschlossen worden, daß sie im Augenblick nur in kleinen Freundestreffen ohne beschriftete Hemden spielen, bis sie geistlich wieder auf der Höhe sind. Sie haben wohl öffentlich ein gutes Zeugnis abgegeben und haben ein sehr guten Ruf unter den weltlichen Mannschaften, aber sie haben erkannt, daß sie kleine Farisäer waren, weil in ihrem persönlichen Leben nicht alles in Ordnung war.

Wir wollen für: die geistliche Erneuerung der Fußballmannschaft
und für die vielen geknüpften Kontakte beten.


17. Februar 1993
Seit einiger Zeit mache ich meine Bibelbetrachtungen für unsere Gottesdienste im Profeten Jesaja. Als ich da meine Betrachtungen im Kapitel zwei machte kam es mit ganz neuer Gewalt über mich, daß wir nur für zwei Gründe leben:
1. für unsere Heiligung - Verwandlung in das Ebenbild unseres Heilandes (Rö 8:29; Eph 4:13);
2. und damit Jesus durch uns seine Erlösung in den Verlorenen ausführen kann (Lu 19:10; 2.Ko 5:15; Joh 15:16). Sind wir doch Sein Mund, Seine Glieder auf Erden.Die Juden hatten, zu jener Zeit, sich ihr Ziel, durch die Kontakte und die Gemeinschaft mit den umliegenden Heidenvölkern, verrücken lassen (Verse 6-8). Stehen wir nicht in der gleichen Gefahr?

Wir haben nun die Bestätigungen für die Räume für die Evangelisationen.
Für Porto Torres und Alghero haben wir ein Kino mit jeweils 800/1000 Plätzen.
In Sassari haben wir das Theater.
In Oristano einen Saal mit 300 Plätzen in einem Hotel und
in Olbia einen Vereinsraum mit 200 Plätzen. Der Eigentümer dieses Raumes hat 96 Jahre und folgt unseren Radiosendungen. Er ist von meinen Botschaften so beindruckt, daß er uns einen Preisnachlaß gegeben hat und an den Versammlungen teilnehmen möchte.

Die Daten der Evangelisationen sind wie folgt festgelegt:
18. März - 21. März Porto Torres
29. März - 02. April Alghero
07. April - 09. April Sassari
16. April - 18. April Oristano
Siniscola und Nuoro bleiben offen
10. Mai - 16. Mai Olbia.

Der Herr schenkt uns große Freude in unseren Vorbereitungen mit den Gläubigen. Es ist erfrischend zu sehen wie diejenigen, denen wir Aufgaben geben mit Eifer und Hingabe versuchen, ihr Bestes zu machen. Wir lassen Zeugnisgeben, den Heilsplan vortragen und besprechen dann gemachte Fehler; wir behandeln Problematiken denen man gegenüberstehen könnte usw.
Wir schauen auf den Herrn, denn ohne Seine Gnade wird die Sache eine Blamage.
Jeder Gläubige betet für 7 Kontakte. Wird der Herr diese riesigen Räume füllen?

Sein Wort sagt uns in einem Nebensatz (Eph 3:20), daß Er über die Maßen mehr zu tun vermag als wir erbitten oder erdenken können. Sein Arm ist nicht zu kurz. Er kann. Und wir wollen treu sein.
Wir werden die Städte und Dörfer mit Plakaten bekleben und Aushänger in die Geschäfte anbringen, tausende von Traktate verteilen (wenn sie rechtzeitig fertig werden). Die Zeit fängt an zu drängen. Wir wollen die Evangelisation auch im Fernsehen und durch die freien Radiosender ankünden.
Wenn der Herr Gnade schenkt, dann sollte etwas Großes geschehen.
Wir beten, daß auch bisher verborgene Radiohörer kommen werden.

Wir haben inzwischen mit dem Verantwortlichen der Billy Graham Organisation für Süd-Europa gesprochen. Er ist Brasilianer und kennt die kath. Kirche. Er ist mit uns einverstanden und wußte von Allem nichts. Ich bin überzeugt, daß der Vatikan dem Billy einen Jesuiten in seinen engsten Mitarbeiterkreis eingeschleust hat.

 

24. März 1993

Antwort auf Bewerbung von Achim Naumann
Lieber Achim,
ich will Dir sofort auf Deine Bewerbung antworten, da Du bestimmt mit Spannung auf diese wartest.
Wahrscheinlich hast Du von uns durch Deine Gemeinde gehört und hast Dir einige Vorstellungen gemacht.
Wir sind Missionare die mit den Evangelisch Freikirchlichen Gemeinden (hier Brüdergemeinden) zusammenarbeiten. Wir haben hinter uns eine Anzahl Geschwister, die uns ganz praktisch unterstützen; sind also kein Missionswerk. Mit der wunderbaren Hilfe des Herrn durften wir einen UKW-Sender mit 6 Umsetzern aufbauen, mit dem wir gut die Hälfte von Sardinien rund um die Uhr erreichen. Wir bauen diese Radioarbeit gemäß der Mittel und der zeitlichen Möglichkeiten aus. Wir haben außer der Radioarbeit, zu der auch die Betreuung der Relais-stationen gehört, 4 Gemeinden zu betreuen, Literaturarbeit und sind missionarisch tätig. Du kannst Dir also gut vorstellen, daß wir keinen geregelten 8 oder 7 Stunden Arbeitsplan mit Urlaubsregelung haben.
Ich persönlich arbeite nicht mehr im Aufnahmestudio. Die Verantwortung für die Programme hat unser Sohn übernommen. Wir haben eine Schwester die Markus (der auch die Verantwortung für die Gemeinde Porto Torres hat) in der Zusammenstellung von Sendungen und den Geschwistern, die Lifesendungen machen, hilft. Sie ist aber nicht angestellt, da wir bis heute finanziel dazu noch nicht in der Lage sind. Sie bekommt ein kleines Entgelt von der Gemeinde Porto Torres.
Wenn Du an unser Tonstudio denkst mußt Du Dir nichts Großartiges vorstellen. Wir sind augenblicklich in der Wohnung eines Ehepaars aus der Gemeinde, das uns ein Zimmer zur Verfügung gestellt hat und haben in diesem Zimmer mehr oder weniger alle notwendigen Geräte und den Sender auf dem Balkon.
Was also eine Mitarbeit im Tonstudio betrifft könnten wir schon Hilfe gebrauchen, können aber keine bezahlte Stellung anbieten. Die Mitarbeit müßte auf der gleichen Ebene stattfinden wie wir arbeiten. Es ist dazu auch die volkommene Beherrschung der italienischen Sprache notwendig. Möge der Herr Jesus Dich in Deinen Entscheidungen für Deine Zukunft leiten.
Sei recht herzlich gegrüßt

 

13. 04. 1993
wir haben die ersten drei Evangelisationen hinter uns, denen wir mit einigem Bangen gegenüber standen. Der Herr hat wunderbar gesegnet. Mit dem Bericht von Resultaten will ich noch vorsichtig sein. Nur im Himmel sind die Resultate sonnenklar. Jedenfalls war Freude im Himmel für die, die das Heil in Jesus erfaßt haben.

In Porto Torres hatte Markus die Verantwortung zum Einsammeln der Resultate und er hat mir diese noch nicht mitgeteilt. Jedenfalls haben zwei Männer, die gläubige Frauen haben, bekannt nun endlich auch Jesus als Heiland anzunehmen.

In Alghero haben wir 40 Aussprachen gehabt.
Durch die Botschaft: "Der Wert einer Seele" hat Luigi, ein vom Weg abgekommener Bruder, den Entschluß gefaßt sich neu dem Herrn Jesus auszuliefern.
Monika hatte als Kind die Sonntagsschule in Deutschland besucht und den Herrn angenommen. Später hat sie einen nicht gläubigen Italiener geheiratet und wohnt in Rom. Sie kam nach Alghero, um eine Wohnung zu kaufen und sah unsere Plakate mit der Ankündigung unserer Veranstaltungen. Sie hat verstanden daß Billy Graham in Alghero sei. So ist sie zur Versammlung gekommen. Obwohl sie nicht Billy Graham in Person getroffen hat war sie trotzdem zufrieden. Nach zwei Aussprachen mit mir hat sie sich entschlossen dem Herrn neu zu folgen und bittet um unsere Fürbitte. Sie wird am 18. wieder nach Alghero kommen, für den Abschluß des Kaufvertrags.
Der Vater eines Bruders hat öffentlich bekannt, daß er Jesus nachfolgen möchte.
Auch seine Frau, die sehr gegen die Entscheidung ihres Sohnes war, ist zu einer Versammlung gekommen und jetzt offen.

In Sassari haben wir 15 Aussprachen gehabt. Am letzten Abend haben vier öffentlich bezeugt, daß sie Jesus annehmen möchten. Drei Abende waren zu kurz, aber es war nicht möglich einen weiteren Abend im Theater zu bekommen, da der folgende Tag schon belegt war.

Den Tag darauf haben wir unsere Osterkonferenz mit 56 Jugendlichen eröffnet. Es waren reich gesegnete Tage.

Unser Arbeitsplan für die nächsten Wochen sieht wie folgt aus:
16.- 18. April Evangelisation in Oristano,
montags Bibelstunde in Alghero (10 Uhr Schwestern, 21 Uhr Männer),
donnerstags Bibelstunde in Sassari,
erster Mittwoch im Monat zweistündige Bibelstunde in Porto Torres,
sonntags Gottesdienste in Alghero, Sassari und Porto Torres.
Nach Olbia werden wir zukünftig nur jeden 5. Sonntag fahren, da wir in Alghero mächtigen Besucherzuwachs haben (der Versammlungsraum ist sonntags überfüllt) und somit ist unser Dienst hier wichtiger ist als in Olbia, wo wir nur relativ verantwortlich sind.
29. April - 2. Mai Ältestenkonferenz in der Nähe von Florenz,
07. Mai Evangelisation in Siniscola,
10. - 13. Mai Evangelisation in Olbia.

Zwischendurch sollten wir Zeit finden für unsere Radio-Umsetzer

Am 23. Mai haben wir eine Hochzeit.
Ein Bruder aus der Gemeinde Oristano vereint sich mit Maddalena aus Tempio (Radiokontakt).

Dann sollten wir einen ruhigeren Monat haben.
Wir danken unserem Herrn für zwei neue Radiokontakte:

Melis Paolo (Sassari), Student für Ökonomie und Handel, hört seit 10.06.92 unsere Sendungen;
06.06.93 erster Brief an uns;
10.06 Kontaktaufnahme; kam um mit mir zu sprechen in den Versammlungssaal (Sassari),
will nach den Examen zu den Versammlungen kommen, positiv!

Mereu Maria (Olmedo - 13 Km von Alghero entfernt). Zuerst entdeckte die Tochter unsere Sendungen; Eines Tages, um 17 Uhr, brachte die Mutter das Radio in die Küche, stellte an und hörte eine Botschaft aus dem Römerbrief; nahm die Bibel fing im Römerbrief an zu lesen; große Entdeckung; stellte jeden Tag um 17 Uhr das Radio an; entdeckte, daß wir schon vorher senden und daß wir evangelisch sind; telefonierte und ließ ihre Nummer im Telephonbeantworter;
03.06.93 Kontaktaufnahme;
04.06 besuchte sie uns;
10.06 brachten wir ihr ein Studium über das Gebet;
17.06 2. Besuch, Ehemann gegenwärtig - glaubt an Gott auf seine Art.
Maria macht riesige Fortschritte allein durch persönliche Bibellese; hat verstanden: Jesus für sie gestorben, einziger Mittler, Gebete spontan (kein Rosenkranz), ihre Kindstaufe wertlos.

Maria Grazia (auch ein Radiokontakt,wiedergeboren) aus Semestene (64 Km von uns entfernt), will versuchen ihrem Mann beizubringen, daß sie einmal in Monat einige Geschwister einladen möchte.
(Ihr Mann, stellvertretender Bürgermeisterist, ist gegen uns. Maria Grazia einzige Gläubige im Dorf.

Franco (P. Torres), Sandro + Antonello (SS), 3 Jugendliche, sind am 04.06. bei der ersten italienischen Missionstagung in Borgo Mezzanone dabeigewesen und sehr gestärkt zurückgekommen.

Am 20.06. haben wir Anna Sanna (Schwester aus der Gemeinde Sassari) am Strand von Porto Torres, im dabeisein der dortigen Gemeinde, getauft. (Wir haben ihre Taufe vorweggenommen, da sie nach Deutschland fährt und bei den anderen Taufen nicht dabei sein könnte.) Anschließend hatten wir unseren Gottesdienst im Pinienwald und ein gemeinsames Mittagessen. Am Nachmittag gab eine Klasse der Sonntagsschule Sassari einen Überblick des Lernpensums. Wir hatten einen wunderbaren Tag der Gemeinschaft. Noch nie hatte ich so viel Freude. Wenn wir schon so schöne Stunden auf Erden haben, wie wird es da erst im Himmel sein?
Diese Gemeinschaft gab auch die Möglichkeit verschiedener Aussprachen.

Vom 27. Juni bis zum 2. Juli wird Evangelina, mit der Hilfe einiger Mitarbeiter, eine Freizeit mit 54 Kindern in Siniscola haben.

Juni
Mit Dankbarkeit schauen wir auf unsere 6 Evangelisationen zurück. Was vorher wie ein großer Berg vor uns lag liegt nun in der Vergangenheit. Sehr bald wird unser ganzes Leben hinter uns liegen und wir werden dann sonnenklar erkennen, daß "nur was getan ist für Jesus, daß behält Wert und bleibt ewig bestehen".

Der Herr hat für jeden Einsatz die nötige Gnade geschenkt.

Wir freuen uns über eine Anzahl Geschwister der Gemeinden Porto Torres und Sassari, die in allen Einsätzen mit Opferbereitschaft (gegen 200 Km per Auto, nach Mitternacht) ihre Hilfe geleistet haben, so daß Markus sich innerlich ermutigt sieht, ein Evangelisations-Team auszubilden. Die Idee ist gut, nur besteht die Frage, ob er die nötige Zeit dazu haben wird. Man kann nicht alles tun wenn man schon mehr als ausgelastet ist. Es ist Gnade, daß in Porto Torres Brüder heranwachsen und Hoffnung besteht daß diese Markus in Zukunft entlasten können.Soweit möglich, möchte ich Euch eine kleinen Überblick über Gottes wirken geben.

P. Torres 29 Aussprachen 7 Bekehrungen 1 Neuhingabe
Alghero 40 Aussprachen 2 Bekehrungen 1 Neuhingabe
Sassari 17 Aussprachen 4 Bekehrungen 1 Neuhingabe
Oristano 23 Aussprachen 7 Bekehrungen 1 Neuhingabe
Siniscola 1 Aussprache 0 Bekehrungen 0 Neuhingabe (1 Abend zu wenig)
Olbia 7 Aussprachen 3 Bekehrungen 1 Neuhingabe.

Die Evangelisationen haben gezeigt,
daß Evangelisationen mit Videokassetten voll gültig sind,
daß im Allgemeinen nur Menschen zu den Versammlungen kommen, die persönlich vorbereitet worden sind,
daß Kleinplakate für Schaufenster billiger sind und mehr bringen als Plakate (die Plakate erzeugen eine gewisse Aufmerksamkeit und helfen bei den persönlichen Einladungen, haben aber nur in Alghero eine Frau zur Versammlung geführt).

Persönlich habe ich in der Zusammensetzungen des Zeugnisteils einige Sänger, die besondere Hüte, Hemden oder Make-up nötig haben um Show zu sein, als störend empfunden. Nach meinem Verstehen geben sie ein falsches Vorbild für unreife Gläubige. Um so mehr fand ich darum einige spanische Sänger in dieser Hinsicht als wohltuend.

Während der Evangelisationen konnten wir für ungefähr 2 000 DM Bücher an Geschwister und Interessenten verkaufen. Auch dies ist Aussaat auf Hoffnung.

Als besondere Anlässe liegen vor uns:

23. Mai Hochzeit in Tempio,
25. Mai Treffen der Schwestern aller Gemeinden in Fertilia,
27. Juni - 2. Juli Kinderfreizeit in Siniscola,
17. Juni - 30. Juni Besuch von Schweizer Jugendlichen aus Zürich und Wallisellen.

Man hat von Pescara meine Hilfe erbeten bei Problemen mit Pfingstlern. Der vielen Arbeit wegen habe ich abgesagt, doch meinte Evangelina, daß ich vielleicht doch zusagen sollte.

August
Wir haben in diesen Tagen zwei schweizer Jugendgruppen (aus Waliselen und Zürich) hier.
Wir hoffen, daß der Herr die Gemeinschaft mit ihnen segnen wird.

Evangelina wird am 22. wie üblich nach Poggio fahren für die Kinder und Jugendfreizeit.

Sie hat ihre Siniscola Kinderfreizeit hinter sich, an der 47 Kinder aus unseren Gemeinden, plus 8 Gemeindefremde Kinder teilgenommen haben. Sie hatte 4 Mitarbeiter, 2 Köchinnen und 2 Helfer. Die Zusammenarbeit war sehr gut und der Herr hat die Zeit gesegnet.

Für den 12. - 23. sind eine gute Anzahl unserer Jugendlichen nach Poggio Ubertini, zu einer Freizeit gefahren.

Wir sollten unbedingt unsere Radio - Umsetzer auf den Bergen in Ordnung bringen. Auf Grund der Arbeit mit den Gemeinden schieben wir diese Arbeit von Woche zu Woche auf.

Die Gemeinschaft mit den Schweizer Jugendgruppen in Alghero hat mir viel Freude bereitet.
Evangelina war während jener Zeit abwesend.
Wir haben einen gemeinsamen Strandeinsatz gemacht, der unsere Gläubigen sehr ermuntert hat. Unter anderem haben wir mit der Zürcher Gruppe den Monte Rasu besucht und da sie einen Bus hatten konnten wir den UKW-Verstärker ins Tal bringen, da dieser gerade reparaturbedürftig war. Mit unserem Wagen hätte ich dies nicht tun können, da wir zu geringen Laderaum haben.

Evangelina hat wie üblich im August in Poggio bei den Freizeiten mitgeholfen.
Ich war zur gleichen Zeit hier mit den Taufbewerbern voll ausgelastet. Wir hatten für sie extra Versammlun-gen und persönliche Gespräche. Ich hatte für die Gespräche 13 Fragen ausgearbeitet, die ich ihnen schon vorher gegeben habe.
Die Taufen haben am 29. August in Porto Torres stattgefunden.
Wir hatten 25 Täuflinge (10 aus Porto Torres, 8 aus Sassari und 7 aus Alghero).
Das Wetter versprach nichts gutes für den Tag, doch hat der Herr unsere Gebete erhört. Es war kühler als normal. Die wenigen Regentropfen, die herunter kamen, störten uns nicht. Wir konnten sogar den Gottesdienst wie geplant im Pinienwald abhalten, gemeinsam Mittagessen und anschließend die Zeugnisversammlung unter einer mild leuchtenden Sonne abhalten. Das gab einen wunderbaren Anblick. Viele Gesichter waren von Tränen feucht.
In einigen Kilometern Entfernung regnete es in Strömen.
Wir freuen uns über 4 Geschwister der Gemeinde Porto Torres, und 2 Geschwister aus Alghero, die nach längerem Irrweg, wieder zur Gemeinde zurückgefunden haben.

Seit Monaten erscheint in einem lokalen Anzeigenblatt der Hinweis unseres UKW-Senders.
Gius. P., aus Porto Torres, hat diese Anzeige gesehen und diesbezüglich angerufen.

Unsere Gemeinden sind so gewachsen, daß wir unser Evangeliumszelt nicht mehr benutzen können. Es ist zu klein geworden. Für Evangelisationen benutzen wir jetzt große Säle. Vor einigen Tagen haben wir unser Zelt (mit Schlafzelt) einem Bruder aus Imola schenken können. Er war hier für einige Tage auf Urlaub. Sie hatten in ihrer Gemeinde gerade sich überlegt wie sie ihre evangelistischen Einsätze verbessern könnten und nach einem Zelt Ausschau gehalten. Wie war er glücklich, dieses Angebot zu bekommen. Vor Jahren war er in Alghero auf Urlaub, als wir gerade mit dem Zelt evangelisierten. Er kam zu den Versammlungen und bekehrte sich. Anschließend bekehrte sich auch seine Frau. Unter dem Zelt kaufte er sich die erste Bibel. Zu jener Bibel gesellte sich nun auch das Zelt. Auch wir freuen uns, daß ein Mann, der sich unter dem Zelt bekehrt hat nun mit dem gleichen Zelt das Evangelium verkündigen kann.

Markus hat gerade eine Jugendfreizeit mit 33 Mädchen und 16 Jungen hinter sich und leitet augenblicklich eine Familienfreizeit.

 

29. Oktober 1993

Vom 15. bis 17. Oktober haben wir in Porto Torres mit den Geschwistern von "Wort des Lebens" besondere Vorbereitungsversammlungen für die zukünftige Zusammenarbeit gehabt. Die Eröffnung der Jugendarbeit nach ihrem Muster soll in der zweiten Januarwoche stattfinden. Noch müssen wir Lösungen für die Jugend der Gemeinde Sassari finden, da die meisten die 19. Jahresgrenze schon überschritten haben. Wir haben 12 Jugendliche unter dieser Grenze und 37, die diese Grenze überschritten haben.

Am 19. Oktober hat Evangelina ein Tagestreffen für alle Schwestern unserer Gemeinden gehabt. Es sind 85 Schwestern gekommen.Maria Mereu aus Olmedo (Radiokontakt 3.6.1993) hat Schwierigkeiten mit ihrem Mann bekommen, als Bekannte ihn fragten ob sich seine Frau bekehrt habe. Nun können wir sie nicht mehr besuchen.

Paolo Melis aus Sassari (Radiokontakt 6.6.93) besucht seit einigen Wochen die Versammlungen.
Heute werde ich zum vierten Mal mit Eugenio Pirino, einem Zeugen Jehovas, in unserer Wohnung zusammentreffen. Die Gespräche verlaufen ruhig und er bringt jeweils neue Personen mit sich.

Wir beten:
1. um Weisheit für die Jugendarbeit in unseren Gemeinden;
2. um Gnade für unsere Radiozuhörer;
3. um Weisheit für den Ausbau des Radiosenders;
4. für die Erlaubnis den UKW-Umsetzer in Porto Torres verstärken zu dürfen;
5. um Gnade für Eugenio Pirino;
6. für Maria Mereu und Maria Grazia (die in der gleichen Situation ist);
7. für geeignete Versammlungslokale aller drei Gemeinden.

November 1963

Lieber Hans-Eberhard,
heute bin ich schon vor 5 Uhr aufgestanden, weil ich plötzlich an Deinen Artikel im Gemeindebrief gedacht habe und da war der Schlaf vorbei.
Ich glaube, daß Dein Artikel über die Seele eine Ergänzung nötig hat. Nicht immer haben die bibl. Schriftsteller eine solche klare Linie. Die Wörter nephesch und psyche werden nicht immer gleichbedeutend benutzt. Sie können Seele, Leben (Matth 20:28), Person (1. Pe 3:20) bedeuten. Nach 1. Mose 2:7 ist der Mensch eine lebendige Seele. Wenn in Hes. 18:4 der Herr sagt: "die Seele, die sündigt, sie soll sterben", dann bedeutet dies nach dem Kontext: "Die Person, die sündigt, die muß sterben". Siehe Vers 13. Wenn Biliam sich wünscht, daß seine Seele den Tod der Aufrichtigen sterben möge, dann will er damit sagen: ich möchte den Tod der Aufrichtigen sterben (4. Mose 23:10). Ganz gleich sind die anderen Bibelstellen zu verstehen.
Deine Seele wird am Leben bleiben bedeutet: du wirst am Leben bleiben (Jerem. 38:17).
Du hast meine Seele vom Tode errettet bedeutet: du hast mich vom Tode errettet. usw.
So sah beispielsweise Johannes nicht die Geister der Getöteten unter dem Altar Gottes, sondern die Seelen (Off. 6:9-10). So können die Menschen meinen Leib aber nicht meine Seele töten (Matth 10:28). Sie überlebt also im Tode. Nur Gott kann die Seele in der Hölle verderben, was nicht auslöschen bedeutet. Siehe den bibl. Gebrauch des Wortes apollumi (Matth 9:17; Lk 15:4, 17, 24).
In 1. Mose 35:18 wird der Tod Rahels so beschrieben: "als ihre Seele ausging" BeZeT kommt von JaZaA und bedeutet: to go out, go forth, to escape, to shoot forth, spring up.
Somit sagt Paulus:"seine Seele ist in ihm", das heißt: "er ist noch nicht gestorben" (Apg 20:10).
Vom reichen Mann wird gesagt, daß man in der gleichen Nacht von ihm die Seele fordern wird, was gleichbedeutend ist mit: du wirst heute Nacht sterben.
Diese Bibelstellen zeigen, daß verschiedene Male das Wort Geist/Seele gleichbedeutend sein kann, obwohl, wie Du es klar dargelegt hast, auch eine klare Unterscheidung besteht.
Somit hat mir Dein Thema des Monats eine kürzere Nacht geschenkt; doch freue ich mich, daß wir dadurch wieder einmal in brieflichen Kontakt kommen und Du siehst, daß ich Euren Brief lese, obwohl es so viel zu lesen gäbe und es immer an der nötigen Zeit fehlt.
So Gott will, werden wir, oder ich allein, an denWiedenester Missionarstagen vom 30.01. bis 05.02.94 dabei sein. Wäre es gut, daß wir nach Solingen für eine Stunde kommen?

Der Herr ist so gut zu uns.
Evangelina ist für zwei Tage in Porto Torres, um die neuen Schwestern zu besuchen, mit denen sie praktisch gesehen bisher wenig Gemeinschaft gehabt hat.

Es scheint so, daß der Herr schon auf unsere Gebete für größere Versammlungslokale geantwortet hat.
In Porto Torres haben wir die Mitteilung von der Staatsgemeinde erhalten, daß sie uns ein Gelände von 7802 zum Preis von 46.800.000 Lire für den Bau eines Gemeindezentrums bewilligt hat.
Nun ist diese Bewilligung in Sassari auf dem öffentlichen Register. Wir hoffen, daß sie dort den Preis nicht erhöhen, was gut sein könnte. Sie können ihn allerdings auch herabsetzen. Der Herr weis was richtig ist. Ihm gehört alles Silber und Gold der Erde. Wir können dann pro m2 Boden 3m3 bauen, was 2340 m3 bedeutet.

Evangelina hat für den 30. November ein Basar mit dem Namen: Sarepta. Der Erlös soll zur Hälfte der Radioarbeit und zur Hälfte dem Baukosten in Porto Torres zugute kommen.

In Alghero haben wir gestern ein Gesuch bei der Gemeinde eingereicht, ob diese uns den verlassenen Kinderhort als Gemeindezentrum zur Verfügung stellen könnte. Der Bau ist zwar sehr vergammelt. Es fehlen Fenster und Türen, sowie dieToiletten. Die Räume sind im schlechten Zustand, aber es ist doch ein großer Unterschied, ob man von Null anfangen muß, wie in Porto Torres, oder ob man schon die Mauern hat. Man hat uns gesagt, daß wir eine gute Möglichkeit hätten.

In Sassari haben wir leider noch nichts geeignetes gefunden.Evangelina hatte die gute Idee, daß wir versuchen sollten, die Deutschsprechenden in Alghero und Sassari zu erreichen. Somit haben wir in den Lokalzeitungen eine Anzeige setzen lassen. Gestern hat uns die erste Deutsche (Gudrun) angerufen. Sie kennt schon eine gläubige Familie, aber hat nie den Mut gehabt, zu den Versammlungen zu kommen. Nun hat sie versprochen nächsten Montag zur Abendbibelstunde zu kommen. Das wäre dann die zweite Deutsche.

Dienstag den 16. Nov. sollte ich mit Markus nach Cagliari fahren, um dort mit den Postbehörden zu sprechen, ob wir die Ausgangsstärke unseres Senders in Porto Torres verstärken dürfen und dafür zwei kleine Umsetzer schließen.

Wir möchten gerne die Zeitschrift "ethos" in die Wartezimmer der Ärzte auslegen. Dafür sollten wir einen Brief anfertigen, den wir dann unseren Gläubigen aushändigen werden, damit sie mit ihren Ärzten sprechen.

Wir beten:
daß der Herr uns Gnade schenkt, daß wir den Sender verstärken dürfen;
daß wir die Deutschsprechenden in Alghero u. Sassari erreichen;
daß man uns das verlassene Asil in Alghero genehmigt;daß wir entsprechende Räume für die Gemeinde Sassari finden;
daß der Preis für das Grundstück in Porto Torres nicht erhöht wird.

 

19. Dezember 1993

Gemeinde Alghero.
Man hat uns inzwischen erklärt, daß wir den Kinderhort nicht bekommen können, da er schon anderweitig vergeben worden ist, daß man aber, sowie sich die Probleme in der Verwaltung legen werden, versuchen wird etwas für uns zu tun. Wir werden sehen.

Gemeinde Sassari.
Wir haben Kontakt mit den Verwaltungsbehörden der Provinz aufgenommen. Es besteht die Möglichkeit, daß wir ungefähr 1000 m2 Land mit einigen schlecht erhaltenen Häusern mieten könnten. Wir würden diese Gebäude für unsere Zwecke herrichten und könnten die Ausgaben von der Miete abziehen. Der Ort ist gut gelegen und würde sich auch für Freizeiten eignen. Aus einem Schweine- und Pferdestall könnten wir zwei Schlafsäle machen und das zentrale Haus würde einen 130 m2 großen Versammlungsraum ergeben. Andere Gebäude würden als Küche und Zimmer für Kinderstunden hergerichtet werden. Jetzt müssen wir die nötigen Baupläne machen, die Kostenanschläge einholen und dann den Antrag mit unseren Restaurationsplänen und Kostenanschlag der Provinz vorlegen. Das gibt einige Extraarbeit für mich. Doch sagt der Herr, daß Er uns für jeden Tag die nötige Kraft geben wird.

Gemeinde Porto Torres
In der Gemeinde Porto Torres haben in letzter Zeit einige ihr Leben den Herrn Jesus übergeben.
Am 13. Dezember konnten wir in der Gemeindeversammlung verkünden, daß wir erkannt haben, daß der Herr den Bruder Gavino Sanna in seinem Dienst in der Gemeinde bestätigt hat und wir ihn als mitverantwortlichen Bruder unserem Sohn Markus zur Seite stellen. Die Freude unter den Gläubigen war groß, was aus den vielen Gebeten hervorging.

Radio
Auf dem Rasuberg haben wir jetzt einen 1000 Wattsender aufgestellt, den wir von Geschwistern gebraucht gekauft haben, die leider ihren Sender haben schließen müssen. Jetzt hoffen wir, daß wir demnächst auch mit dieser Leistung senden können. Im Augenblick senden wir mit 550 Watt.
Für Porto Torres hat man uns leider nicht erlaubt den Sender zu verstärken. Der Herr kann auch da noch Berge einebnen.
Man hat uns mitgeteilt, daß von 130 evangelischen Sendern 40 inzwischen geschlossen haben. In der Tat ist es nicht einfach jeden Tag ein neues Tagesprogramm auf die Beine zu stellen.
In diesen Tagen haben wir auch viel Arbeit mit Anträgen, Formularen, Rechenschaftsberichte usw. die die Regierung von allen Radiosendern verlangt, weil sämtliche Anträge und Bescheinigungen beschlagnahmt worden sind wegen der Korruption des vergangenen Ministers.

Allgemein
Am Mittwoch den 8. Dezember hatte Markus ein Tagestreffen mit für Männer organisiert. Es kamen 62 Männer. Drei Zeugnisse und zwei Kurzbotschaften leiteten das Mittagessen ein. Anschließend stellte ich die Arbeit von Theo und Ursula Schüepp vor, die in Sao Paolo einen Telefondienst haben und auf dem Monte Refugio sich um die Adoption von Waisen, mit allem was drum und dran ist, kümmern. Wir konnten dann 339.000 Lire als Missionsgabe zusammenlegen. Es sind bei solchen Treffen auch immer verschiedene Fernstehende, die wir so evangelisieren.

Wir beten:
für unsere Kontakte mit den Regierungsbeamten (wir bitten um ihr Seelenheil);
für Weisheit in allen Entscheidungen, die in diesen Wochen zu treffen sind bezüglich der zukünftigen Versammlungsorte, Vereinsgründung usw.;
für die Männer, die schon seit Jahren die Versammlungen besuchen und doch noch keine klare Stellung bezogen haben;
für den geistlichen Wachstum unserer Gläubigen;
für die Möglichkeit vom Rasuberg mit 1000 Watt senden zu dürfen.

Wir danken Euch für Euere Gemeinschaft im Dienst für Sardinien und wünschen Euch ein gesegnetes Neues Jahr.