Der Herr hat uns in eine ganz besondere Lehre genommen. Ich bin dankbar dafür. Evangelina hat besondere Mühe diese Schulung durchzustehen. Mir machen sie wenig Mühe. Jedoch hinterlässt sie Zeichen.
Am Anfang war alles wunderbar leicht. Wir waren uns einig, daß der Herr will, daß wir nach Tempio ziehen sollen. Wir fanden sofort einen Käufer für die Wohnung in Alghero (14. Juni 2005). Wir hatten sofort ein gutes Verhältnis zu den Käufern und sie waren bereit bis Oktober mit der Wohnungsübergabe zu warten. Wir hofften, daß inzwischen die Wohnung in Tempio fertig sein würde, die wir durch eine klare Führung des Herrn kaufen konnten. Es war die einzigste Wohnung in einem Reihenhaus, weil die Käufer sich zurückgezogen hatten. Außer dieser Wohnung hatten wir in ganz Tempio keine passende Wohnung gefunden.
Die Tage waren sommerlich warm und schön. Wir packten langsam alle Sachen ein und lebten zwischen Bergen von Schachteln aller Art. So langsam fand man nicht mehr was man brauchte. Aber die wichtigsten Dinge waren noch erreichbar. Ich brachte dann die fertigen Schachteln und Möbel in unsere Garage, die langsam knüppeldicke voll wurde, denn ich dachte, falls die Wohnung in Tempio nicht rechtzeitig fertig wird übergeben wir die Wohnung und bewahren die Sachen in der Garage. Inzwischen wurde unsere Garage in Tempio fertig und wir konnten die erste Ladung dorthin bringen.
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Inzwischen verging der Oktober. Unsere Käufer konnten den Tag der amtlichen Übertragung beim Notar nicht einhalten und baten um eine Verzögerung, was für uns eine Gnade war, denn wir konnten auch unseren Umzug verzögern. Sie zahlten einen Zwischenbetrag, mit dem wir unsere nächste Rate für die neue Wohnung bezahlen konnten. Aber zum 15. November müßten sie ihre Wohnung verlassen, die sie verkauft haben, um mit dem Erlös uns bezahlen zu können. Wir versprachen ihnen, daß sie zu dem Zeitpunkt einziehen können auch ohne notarieller Übergabe (Vertrauenssache).
Wir hofften immer noch, daß unsere Wohnung zu dem Zeitpunkt fertig sein würde. Evangelina hatte dies nicht in ihrem Bewußtsein aufgenommen. Inzwischen schliefen wir in meinem Studienzimmer, wo man aufpassen mußte, daß man nicht die angehäuften Kisten umwarf. Als ich ihr dann sagte, daß wir in drei Tagen die Wohnung verlassen müssen und daher die letzten Sachen einzupacken sind, wurde sie fast ohnmächtig. Als wir alles verpackt hatten kamen Markus mit Familie und sie brachten alles in unsere Garage, um dann am nächsten Tag mit einem Lastwagen alles von dort einzuladen und nach Tempio bringen zu können.
Da wir die Gemeinden Sassari und Alghero noch nicht völlig allein lassen können haben wir inzwischen eine kleine Wohnung gesucht, in der wir übernachten können, wenn wir hier die Versammlungen haben (von 21:00 - 22:30 Uhr). Ich mute es mir nicht mehr zu nachts nach Tempio (100 km) zu fahren mit einer 13 km sehr kurvenreichen Strecke (speziell im Winter). Der Verkauf der Wohnung ermöglicht es uns, 2 kleine Wohnungen zu kaufen. Nach vielem Suchen fanden wir eine 30 Quadratmeter große, die im Juni 2006 fertig wird. Ich sagte dem Baumeister, daß wir eine Unterkunft für die Möbel brauchen würden, die wir für Alghero zurücklassen würden. Er bot uns ein Dachzimmer an, daß er nach 3 Jahren noch nicht verkauft hat. Das war zu schön um wahr zu sein (wir geben ihm freiwillig 100,00 Euro im Monat, was sehr wenig für Alghero ist). So konnten wir zuerst die Möbel in dieses Dachzimmer unterbringen und dann brachte Markus mit einem Bruder aus der Gemeinde Porto Torres und seinem Sohn Manuel anschließend den Rest der Möbel und alle Sachen in die Garage nach Tempio. Er sah, daß ich sehr müde war, darum sagte er mir: bleibe in Alghero wir können allein abladen. So schliefen wir die erste Nacht im Dachzimmer.
Die beiden nächsten Tage waren damit ausgefüllt, daß ich unsere Wohnung ausbesserte und strich. Ich wollte sie in einem guten Zustand übergeben (dies war im Vertrag nicht vorgesehen, aber für mich sollte es ein Zeugnis sein). Markus und ein Bruder halfen mir dabei.
So übergaben wir die Wohnung am 15. November gegen Abend an die Familie und diese brachte schon die ersten Sachen. Am nächsten Tag regnete es in Strippen. Die Ärmsten! Es war für sie kein schöner Umzug.
Seit diesem Tag gab es kaum mehr einen schönen Tag und somit ging die Fertigstellung der Wohnung in Tempio nicht voran.
Wir hatten in Tempio seit 2 Jahren eine Wohnung gemietet, in der wir wohnten, in den Tagen in denen wir dort arbeiteten. Diese hatten wir zum 30 November gekündigt. Wir zogen somit nach Tempio in diese Wohnung, in der auch Berge von Schachtel angehäuft waren. Tagsüber arbeitete ich in der Garage, in die man anfänglich kaum rein konnte. Ich baute Regale für die Bücher, füllte die Schränke, ordnete Schachteln und Kisten usw. So konnte man jetzt wenigsten an die Sachen ran. Allerdings fanden wir nicht alles was wir brauchten. Die Luftfeuchtigkeit in der Garage war um die 95% . In der gemieteten Wohnung hatten wir 11 Grad. Mit dem elektrischen Ofen kamen wir auf 15 Grad (nicht gerade gemütlich) und es regnete jeden Tag. Evangelina war verzweifelt. Ihre Kontakte in der Stadt zogen sich mehr oder weniger zurück, neue Kontakte konnte sie keine machen, obwohl sie von Tür zu Tür ging. Es bestand keine Hoffnung, daß die Wohnung noch in diesem Jahr fertig werden würde. Evangelina meinte daß die Wäsche in der Garage verschimmeln würde, die bestellte Küche und Aircondition wurden auch nicht geliefert. Sie war auf dem Nullpunkt. Ich hatte genug zu tun: Arbeit in der Garage, Bibelstunde mit Mauro, Vorbereitung der Bibelstunden und Gottesdienste für die Gemeinden in Alghero, Sassari und Porto Torres, Briefverkehr... Ich versuchte ihr klarzumachen, daß alles in der Hand unseres Herrn ist. Er macht alles Gut. Und versuchte ihr auszumahlen wie schön es in der neuen Wohnung sein würde. Doch die Worte waren in den Wind gesprochen. Sie wollte nicht mehr leben.
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So haben wir uns in das Dachzimmer in Alghero zurückgezogen, wo wir wenigstens 15 Grad haben und mit Halogenofen auf 18 Grad kommen. Es hat auch ein großes Fenster und so müssen wir nicht den ganzen Tag mit elektrischem Licht leben. So langsam hat sich Evangelina wieder gefasst. Sie schläft auch besser und sieht die Situation als Ferien an, was ich ihr schon länger vorgeschlagen hatte.
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Die Tage des Umzuges waren nicht einfach und schlauchten einigermaßen. Ich hatte oft heftige Rückenschmerzen und wir waren abends sehr müde.
Am 21. 12. bekamen wir nun die gute Nachricht, daß die Haustür eingebaut wird und somit auch die sanitären Anlagen, Steckdosen usw. Der Herr weiß, ob "Er" uns noch in diesem Jahr wenigsten die Möbel und Sachen in der neuen Wohnung bringen läßt, wenn wir auch noch nicht dort wohnen können bis der Strom-, Abwasser- und Wasseranschluß fertig sein wird und die Genehmigung des Bauamtes gegeben wird. Dieses bedeutet ein weiterer Umzug, da man von der Garage um das ganze Serienhaus herum muß und der Boden Schlamm, Steine und Unebenheiten aufweist, solange die Baustelle besteht , was noch einige Monate sein wird.
Mich hat diese Erfahrung reicher gemacht. Ich bin dankbarer für die Dinge die wir haben dürfen und darf diesen geistlichen Reichtum auch an die Gemeinden weitergeben, was unter den Gläubigen Dankbarkeit auslöst.
Zu Weihnachten werden wir zum Gottesdienst in der Gemeinde Alghero sein, da der verantwortliche Bruder dieser Gemeinde auch auf dem Nullpunkt ist. Ich muß daher nicht nur die Vorbereitungen der Bibelstunden machen, sondern diese auch leiten. Wir werden sehen wie sich dies entwickeln wird. Ursprünglich hatten wir vor, wenn wir in Tempio wohnen werden, nur noch alle 14 Tage nach Alghero zu fahren.
Gestern (22. 12.) habe ich mich mit den Ältesten von Sassari getroffen. Ein Bruder hat sich, nach jahrelangen Problemen (Trennung, Gerichtsverfahren, abgeschlagener Aussöhnung usw.) von seiner Frau scheiden lassen und wir müssen nun entscheiden, was wir tun müssen.
Leider dringen die Maßstäbe der Welt immer mehr in die Gedankenwelt der Gläubigen ein. Man ist nicht mehr bereit zu leiden und die gegebenen Situationen aus der Hand des Herrn zu nehmen und mit Ihm zu lösen. So haben wir verschiedene Ehetrennungen in den Gemeinden mit den verbundenen Problemen.