Mit vier sardischen Gemeinden unterstützen wir eine
Missionsarbeit unter Zigeunerkinder in Indien.
Man hat uns das Lager Pudupet übergeben. Die Kinder
bekommen Essen, Kleidung und täglich das Evangelium. Dadurch entstehen
Gemeinden.
Anschließend ein sehr eindrucksvolles Erlebnis.
Am 21. Dezember fuhren 8 Gypsies von Avadi, eine
Frau und 7 Männer, mit einem Linienschiff von Chennai auf die weit entfernten Andamanen-Inseln, Birma und Thailand
vorgelagert.
Das
armselige Gypsy-Dorf Avadi, besser gesagt Elends-Quartier, liegt uns sehr am
Herzen. 500 Menschen leben dort, 300 davon sind Kinder. Und dieses Dorf lebt,
besser gesagt, es erlebt Gottes Hilfe und Erbarmen. Schritt um Schritt geht es
dank dem Einsatz von Contactions vorwärts. Kinder brauchen nicht mehr
Hunger zu haben, eine ganze Reihe kann zur Schule gehen, sie hören die
frohmachenden Geschichten des Evangeliums, bekommen an Weihnachten und für die
Schule neue Kleider. Durch das, dass wir von Contactions ihren Kindern helfen,
bekommen die Eltern Auftrieb, um sich vermehrt für die täglichen Bedürfnisse
einzusetzen. Es ist eine wahre Freude, sie beobachten zu können, wie sie
Familienweise vor ihren Zeltbehausungen Papierblumen herstellen, um diese dann
zu verkaufen. Aber es ist noch etwas anderes, das sie ermutigt, es ist der
Glaube an den auferstandenen Herrn Jesus Christus.
Sie waren vollbeladen mit Papier- und
Plastikblumen, die ganz Avadi in langer und gemeinsamer Arbeit gebastelt haben.
Über die Festzeit wollten sie diese auf den Inseln verkaufen. Für das
Rohmaterial und die Reise mussten sie Geld aufnehmen. Am 24. Dezember kamen sie
am Ziel an.
An Weihnachten besuchte die Gruppe dort, alles
gläubige Christen, einen Gottesdienst in einer Gemeinde, nahe des Meeres. In
dieser Gemeine hatten sie auch in der Nacht auf den 26. geschlafen, weil sie
dann von da aus ihr Geschäft tätigen wollten. Sie standen früh auf und brachten
alle ihre Waren für die Segnung in die Gemeinde. Nachher gingen sie zur
Toilette, um sich zu waschen. Und, was an vielen Orten nicht geschah, geschah
da. Auf wunderbare Weise bekam die Gemeinde die Information, dass alle wegen
einer Riesenwelle sofort landeinwärts fliehen sollten. Es ging um Leben und
Tod. Sie konnten sich retten. Aber, außer dem Kleid, das sie trugen, ging alles
andere verloren. Sie konnten mit ihrem Leben dem Seebeben, das rund 300'000
Menschen das Leben kostete, entkommen. Längs der Küste war alles zerstört, aber
sie lebten.
Die gerettete Gypsy-Mannschaft konnte die zu Hause
benachrichtigen, was geschehen war. Leider bekamen auch diejenigen die
Botschaft, die ihnen das Geld für die Blumenherstellung und die Reise
vorgeschossen haben. Und, was machten diese? Sie nahmen gleich vier Kinder der
geretteten Gypsies als Sklaven für das verlorene Geld und die dafür anstehenden
Zinsen. Wobei es sich, wie in ähnlichen Fällen, um Wucherzinsen von bis zu 10 %
monatlich, handelte. Contactions war sehr schnell auf dem laufenden in Bezug
auf die Entwicklung der tragischen Lage unserer Freunde. Sobald uns Samuel
mitteilte, was da vor sich geht, haben wir ohne Verzögerung die nötigen
Schritte unternommen, um die Kinder sofort, mit den nötigen
Vorsichtsmassnahmen, freizukaufen.
Recht bald wurden die Männer mit einem Schiff
evakuiert. Für die Frau, Prema,
hatte es keinen Platz, obwohl sie Mutter von 3 Mädchen ist. Als Frau musste
sie, wie das etwa in Indien gang und gäbe ist, hinten anstehen und auf den Andamanen
bleiben. In ihrer Verzweiflung telefonierte sie unserem Pastor von Avadi. „Was
soll ich machen? Ich habe alles verloren! Ich bin alleine! Die Lebenszuversicht
ist dahin!“ Der Angerufene machte ihr Mut. Als sie das einfache Telefonhäuschen
verliess stand plötzlich ein stattlicher Mann, in weiß gekleidet, mit gütigen
braun-grünen Augen vor ihr. Er sagte sehr lieb und doch bestimmt zu ihr: „Frau,
nimm ein Dreiradtaxi und fahre zum Flugplatz. Dort gibt es einen Platz für
Dich, um nach Indien zurückzufliegen.“ Sie bekam es mit der Angst zu tun. Als
Frau, ganz alleine, konnte sie sich doch nicht in ein Taxi wagen. Zudem ist sie
Analphabetin, sie kann weder Strassennamen noch Abflugzeiten oder sonst etwas
lesen. Und was fehlte war das nötige Geld. Der weiss gekleidete Mann aber
beschwichtigte sie: „Steig ein, vertraue dem, was ich sage, und du brauchst
kein Geld!“ So vertrauenserweckend hat sie noch niemals jemand angesprochen.
Sie konnte nicht anders, als ihm gehorchen. Und schon war ein Taxi da und nahm
sie mit. Als sie beim Flughafen ausstieg erwartete sie dort der weiße Mann. Sie
war ganz verwirrt, wie ist der jetzt hierher gekommen? Er zeigte ihr das
Flugzeug und als ob es ein Traum gewesen wäre stand sie kurz nachher vor der
Aufstiegtreppe und hörte noch zu ihr sagen: „Prema, steig ein, sie wollen nicht
ohne Dich fliegen!“ Sie stieg die Treppe hoch, wo sie ein Mitglied der Flugzeugcrew
mit einem Blatt Papier erwartete. Sie wurde gefragt, ob sie Prema sei. Dieser
Name stand auf dem Papier. „Ja, das bin ich.“ „Dann kannst du auf dem letzten
freien Sitz Platz nehmen und wir wollen fliegen!“ Da drängte sie noch einmal
zur Türe und bat darum, dem Mann, der sie begleitet hatte, Dankeschön zu sagen.
Sie bekam zur Antwort: „Es steht niemand unten am Flugzeug und du bis ganz
alleine übers Flugfeld zu uns hergelaufen. Wir haben keinen „Weißen Mann“
gesehen.“ Die Motoren heulten auf und es ging heimzu.
Als sie in Chennai landete war es
Mitternacht und sie hatte kein Geld um nach Hause zu fahren. Auch da hatte Gott
vorgesorgt. Ein Beamter vom Flughafen rief einen Bus und liess Prema, als
alleinige Passagierin, nach Avadi, d.h. nach Hause fahren. Für einen Weg musste
der Bus etwa 50 km zurücklegen.
Alle Leute von Avadi, klein und gross, sind voller
Dank für dieses Wunder. Für viele in Avadi und den verwandten Dörfern öffnet
dieses Erlebnis Herzen fürs Evangelium und Respekt vor Gottes Grösse. Ganz neu
wurde uns Hebr. 1,14 in Erinnerung gerufen: „Alls Engel sind nur Wesen, die Gott dienen. Er sendet sie aus, damit sie allen helfen, denen er Rettung und
Erlösung schenken will.“
Diese Geschichte hat das grosse Gypsy-Dorf Avadi
sehr angesprochen. Am 7. März hatte Samuel Solomon mit den
Contactions-Mitarbeitern von Avadi eine lange Zeit mit Gebet und Gesprächen
verbracht. Dieser Stamm erlebt eine Erweckung. Bis jetzt und im Moment und in
Zukunft werden es Hunderte sein, die zum Glauben an Jesus Christus kommen oder
schon gekommen sind. Auch die Gypsies von Bangalore, Andhra und Mysore gehören
zu dieser Gruppe. Es ist vorgesehen, dass Contactions noch dieses Jahr die
Arbeit unter dem gleichen Volk in weiteren 3 Kolonien, d.h. in Hunsur,
Thirupathi (Andhra) und in der Nähe von Bangalore, aufnimmt. Das ist nur
möglich, weil ER, usner Herr, lebt.