| Ich
wurde 1935 in Berlin als Sohn eines Bankkaufmannes geboren. Von
meinen Eltern bekam ich keine religiöse Erziehung. Das Lesen der Evangelien
während des Religionsunterrichtes in der Mittelschule interessierte
mich sehr, so daß mich mein Religionslehrer eines Tages zu einem Treffen
der Jugendgruppe vom "E.C." (Entschiedenes Christentum)
einlud. Bald arbeitete ich in dieser Gruppe mit, verteilte Traktate
und ersetzte den Leiter ohne wiedergeboren zu sein, als dieser eines
Tages aus dem E.C. ausschied. Nach
Abschluß der Sekundarschule absolvierte ich eine Ausbildung
als Drogist. Als mein Vater seinen Arbeitsplatz nach Düsseldorf verlegen
mußte, beschloß ich meine Stelle in Berlin aufzugeben und auch in
Richtung Westen zu ziehen. Ich fand eine Stelle als Drogist in Laufenburg/Baden,
wo ich mich gut einlebte. Da ich
sehr naturverbunden bin machte ich jeden Sonntag
ausgedehnte Wanderungen im Schwarzwald. Die herrliche
Natur und das Vertrauen, das mir auf der Arbeitsstelle
entgegengebracht wurde, stimmten mich zur täglichen
Dankbarkeit gegen Gott. Täglich las ich in meiner Bibel. Meine
katholische Chefin machte mich auf die evangelische
Jugendgruppe aufmerksam, zu der auch die Lehrtochter gehörte.
Der Leiter dieser Gruppe war Oskar Fuhrmann, ein
ehemaliger China-Missionar und zu jener Zeit als Lehrer
in der Volksschule tätig. Eines
Tages las ich wie gewöhnlich in meiner Bibel und stieß auf Matthäus
7 :"Nicht jeder, der zu mir sagt: Herr, Herr! wird in das
Reich der Himmel eingehen, sondern wer den Willen meines Vaters tut,
der in den Himmeln ist. Viele werden an jenem Tage zu mir sagen: Herr,
Herr! Haben wir nicht in deinem Namen geweissagt und in deinem Namen
Dämonen ausgetrieben und in deinem Namen viele Wunderwerke getan?
Und dann werde ich ihnen bekennen: Ich habe euch niemals gekannt.
Weicht von mir, ihr Übeltäter!" Ich kündigte
meine Stellung in Laufenburg, nachdem ich mich
entschieden hatte, mein Leben für Gott als Missionar zur
Verfügung zu stellen. Auf welcher Bibelschule sollte ich
mich für diese Aufgabe zubereiten? Ich entschied mich
nach Beatenberg zu gehen, wobei ich im Praktikum wieder
nach Laufenburg berufen wurde. Danach drängte sich eine
weiterte Frage auf: "Wohin soll ich in die Mission?"
In einem Praktikum in Laufenburg entdeckte ich meine
Liebe für die Italiener, von denen es dort viele
Fremdarbeiter gab. Nach der
Bibelschule arbeitete ich eine zeitlang auf einer Hühnerfarm,
bis ich nach Italien ging. Dem Feind gefiel dies ganz und
gar nicht und fast wäre es ihm gelungen, mich für den
Missionsdienst unfähig zu machen. Doch die Gnade Gottes
war größer. Wie Petrus wurde ich zurechtgebracht. In
Perugia ging ich zur Sprachschule; doch lernte ich hauptsächlich
durch die Bibel Italienisch (beim Vorbereiten von
Bibelstunden und Predigten ), da ich mich sofort aktiv am
Gemeindeleben beteiligte. In
finanziellen Schwierigkeiten, wurde ich wie ein Sohn von
einem englischen Missionarspaar aufgenommen, mit denen
ich nach Lerici (in der Nähe von La Spezia) zog. Als
diese Missionare aus finanziellen Gründen nach Amerika
zurück mußten, überließen sie mir ihren VW-Bus, mit
dem ich missionarisch diente. Nach
einer Zeit des Dienstes mit den Gemeinden in Piacenza,
half ich einem amerikanischen Missionarsehepaar in
Verona, indem ich von Tür zu Tür ging, um Kontakte zu
machen. Inzwischen
hatte ich ein italienisches Mädchen ( Evangelina )
kennengelernt und mich mit ihr verlobt. Da es im Norden
Italiens keine Missionare hatte und in Brescia es nur
eine Waldenser Gemeinde gab, dessen Pastor sich nur um
seine Schäflein kümmerte, suchte ich eine Wohnung in
Brescia, um dort eine Arbeit anzufangen. Brüder
in Modena hatten lange gebetet, daß Gott mich an den rechten Missionsplatz
leiten möchte. Nach einem Predigtdienst in Modena fragten sie mich,
ob ich nicht nach Sardinien gehen könnte, da sie von dort eine Anzahl
Bibelbons bekommen hätten und niemanden, um diese Leute zu besuchen.
Ich kannte Sardinien nicht und schlug darum vor, mit ihnen diese Insel
zu besuchen. (Ich hatte inzwischen den VW-Bus abgeben müssen und keinen
Wagen.) Auf einer Rundfahrt mit diesen Brüdern besuchten wir unter
anderem einen Mann in Sassari, der uns nach einer Bibelstunde fragte,
wann wir wiederkommen würden. Ich wurde
mir bewußt, daß der Herr mich für den Dienst nach
Sardinien haben wollte, da diese Insel weitaus bedürftiger
war als Brescia und es keine Missionsartbeit gab. Nach
der Heirat am 9. 3. 1963 mit Evangelina, die die Bibelschule in Emaus
absolviert hatte und in Süditalien in der evang. Kinder- und Frauenarbeit
tätig war, zogen wir beide nach Sassari. Wir
hielten in unserer Wohnung mit einer Anzahl Personen Bibelstunden,
gingen von Tür zu Tür evangelisieren, verteilten eine Unzahl Traktate
und besuchten die Leute, die vorher Bibelbons nach Modena geschickt
hatten, um zu sehen ob sie interessiert wären. Evangelina hielt während
der Bibelstunden im Schlafzimmer Kinderstunden. Nach einem Jahr wurde
das erste Kind, eine Tochter (Debora), geboren. Langsam
vermehrte sich die Zahl der Gläubigen und das Wohnzimmer wurde zu
klein. So mieteten wir einen Saal. Ich besorgte mir eine Lizens zum
Bücherverkauf, fing mit Zelt- und Strandmission an. Später kam noch
Radioarbeit über freie Lokalradiostationen dazu, für die wir Kassetten
mit Botschaften vorbereiteten. Schon bald fragte man mich, warum ich
nicht selbst einen Radiosender betreibe. Nachdem
wir nach Porto Torres umgezogen waren, eröffneten wir 1978 mit sehr
einfachen Mitteln eine eigenen Radiosender.
Heute erreichen wir 24 Stunden pro Tag fast die Hälfte von Sardinien
und senden weltweit über Internet. Durch
die Gnade Gottes sind drei Gemeinden im
Nordwesten Sardiniens entstanden und eine im Nordosten. |