Prinzipe und Haushaltungen Gottes

Um die Bibel recht verstehen zu können müssen wir lernen, zwischen die Prinzipe und die Haushaltungen Gottes zu unterscheiden.

WAS IST EIN PRINZIP?

Ein Prinzip ist eine feststehende Regel.

Jeder von uns hat Prinzipe der Moral und des Benehmens.

Menschliche Prinzipe können sich ändern, weil der Mensch in der Erkenntnis wächst [1].

Gott hat die höchsten Prinzipe von denen Er nie abweicht. Seine Prinzipe sind vollkommen wie Er selbst. Er war, ist und bleibt immer der Gleiche (Mal 3:6; Jak. 1:17; Heb 13:8).

Darum sind die Prinzipe Gottes unveränderlich (siehe Schema).

WAS IST EINE HAUSHALTUNG?

Eine Haushaltung [2] hat mit der Verwaltung von Gütern, Mitteln oder Gaben zu tun. Die Person, der man ein Vermögen oder einen Besitz anvertraut, nennt man gewöhnlich Verwalter [3]. Dies gilt auch für geistliche Gaben.

Paulus schrieb der Gemeinde Gottes in Korinth, daß man ihn für einen „Verwalter der Geheimnisse Gottes“ halten sollte (1Ko 4:1). Ihm war von Gott die Verwaltung der „guten Botschaft“ anvertraut worden für die er je nach Treue einen Lohn erwarten konnte (1Ko 9;16-17).

In der Bibel können wir verschiedene Haushaltungen Gottes unterscheiden.

DIE UNVERÄNDERLICHKEIT DER PRINZIPE

Das Prinzip des Gesetzes und der Gerechtigkeit ist durch all die Jahrhunderte das gleiche geblieben.

1. Gott haßt die Sünde

Die Sünde ist im kompletten Widerspruch mit Seiner heiligen Natur. Wer ungerecht handelt beleidigt Ihn.

Drei Beispiele:

·       Kain tötete seinen Bruder Abel (1 Moses 4:8-16). Geriet er dadurch mit Gott in Konflikt? Ja, obwohl es noch keine geschriebenes Gesetz gab das befahl nicht zu töten (2. Mo 20:13).

·       David lebte unter der Haushaltung des Gesetzes. Er ließ Uria, den Ehemann von Bath-Sheba, töten. Dadurch kam er mit Gott in Konflikt.

·       Wir leben unter der Haushaltung der Gnade Gottes. Angenommen wir würden jemanden töten; würde die Tatsache, das Jesus schon für all unsere Sünden am Kreuz bezahlt hat, diese Tat rechtfertigen? Im Gegenteil, diese Tat wäre schwerwiegender, und zwar nach dem Prinzip: ein Jeder ist verantwortlich nach dem Maß der Erkenntnis oder Gnade die Gott ihm gegeben hat (Rö 12:3; 1.Ko 3:10).

2. Gott hat an Gerechtigkeit, Barmherzigkeit und Liebe Wohlgefallen

1Chr 29:16             „an Aufrichtigkeit hast Du gefallen“.

Ps 11:7   „Gerechte Taten liebt er. Aufrichtige schauen sein Angesicht“.

Ps 146:8            „Der Herr liebt die Gerechten“.

Spr 15:9            „wer der Gerechtigkeit nachjagt, den liebt er“.

Jes 61:8            „ich, der Herr, liebe das Recht“.

Lk 6:36             „Seid .. barmherzig, wie auch euer Vater barmherzig ist“.

Mtth 6:7 „Glückselig die Barmherzigen, denn ihnen wird Barmherzigkeit widerfahren“.

1Joh 4:7 „jeder der liebt ist aus Gott geboren u. erkennt Gott“.

1Joh 4:16 „wer in der Liebe bleibt, bleibt in Gott“.

3. Gott hat den Sünder immer aus Gnaden durch den Glauben gerettet

Siehe die Betrachtung über: „Harmonie zwischen die Prinzipe und die Haushaltungen“.

 

Während die Prinzipe Gottes mit Seinem Charakter, Seiner Natur, zu tun haben und deshalb unveränderlich sind haben die Haushaltungen Gottes mit Seinem Heilsplan für die Menschheit zu tun und durchlaufen verschiedene Phasen.

ÄNDERUNGEN IN DEN HAUSHALTUNGEN GOTTES

1. Die Haushaltung im Paradies

Am Anfang hatte Gott dem Menschen die Herrschaft über die Erde mit allem was auf ihr war gegeben (1Mo 1:26-28; 2:15-17). Nur die Frucht des Baumes der Erkenntnis des Guten und Bösen war ihm vorenthalten.

Adam hatte eine innige Gemeinschaft mit Gott und lebt in einer glückseligen Unschuld auf einer herrlichen Erde.

2. Die Haushaltung der Erkenntnis des Guten und Bösen

Selbst ein oberflächlicher Leser der Bibel erkennt, daß mit dem Ungehorsam Adams viele Veränderungen eingetreten sind.

·       Die Sünde verursachte sofort ein Schuldbewußtsein in den ersten Menschen und trennte sie von Gott (1Mo 3:7-8).

·       Der Frau wurden die Mühsal der Schwangerschaft und der Geburt vermehrt und sie wurde unter die Herrschaft des Mannes gestellt (1Mo 3:16).

·       Der Erdboden wurde um Adams willen verflucht so daß er Dornen und Disteln hervorbrachte. Von nun an mußte Adam im Schweiße seines Angesichtes sein Brot essen.

·       Die schlimmste Folge war der Einzug der Sünde in die Welt und mit dieser der Tod (1Mo 3:17-19; Rö 5:12, 18a, 19a).

 

Wir wissen nicht, ob Adam und Eva Buße getan haben. Aber Gott versprach ihnen eine zukünftige Rettung von der Schlange und machte ihnen Kleider aus Fell, als Ersatz für die, die sie sich selbst angefertigt hatten. Doch mußte Gott sie aus dem Garten Eden vertreiben, damit sie nicht auch noch von dem Baum des Lebens essen würden (1Mo 3:7,15,21-23).

 

Von diesem Augenblick an haben wir eine Folge von Veränderungen in der Haushaltung Gottes für den Menschen auf dieser Erde, so daß wir von verschiedenen Haushaltungen Gottes reden können.

3. Die Haushaltung nach der Sintflut

Wir finden hier folgende Änderungen:

·       Nach der Sintflut legte Gott in den Tieren die Furcht vor den Menschen

·       Er gab den Menschen alles was sich regt zur Speise wie das grüne Kraut. Nur des Blutes mußten sie sich enthalten.

·       Gott gebot die Blutrache.

·       Gott machte einen Bund mit Noah, seinen Nachkommen und allen Tieren, daß Er nie mehr alles Fleisch durch eine Flut ausgerottet werden soll. Als Zeichen dafür setzte er den Regenbogen in den Wolken (1Mo 9:1-17).

4. Die Haushaltung der Verheißung

Mit Abram fängt eine vollkommen neue Phase im Heilsplan Gottes an.

Nach der biblischen Zeitrechnung sind wir etwa 2000 Jahre nach Adam und 2000 vor Christus, auf halben Weg bezüglich der Ankunft des versprochenen Samens, der der Schlange den Kopf zertreten würde.

Gott erwählte sich einen Mann unter den Völkern und schloß mit ihm einen bedingungslosen Bund, um durch seine Nachkommen alle Völker der Erde zu segnen (1Mo 12:1-3). [4]

Anschließend änderte Gott den Namen Abrams in Abraham und schloß mit ihm und seinen Nachkommen einen ewigen Bund. Als Zeichen dieses Bundes mußte alles was männlich ist beschnitten werden. Von nun an würde jeder nicht beschnittener Männlicher aus dem Volke ausgerottet werden (1Mo 17:9-14).

5. Die Haushaltung des Gesetzes

Ungefähr 500 Jahre später gab Gott, den zum Volk gewordenen Nachkommen Abrahams, durch Moses ein aus Geboten und Verheißungen bestehendes Gesetz, das von nun an das Leben dieses Volkes regeln sollte. Jeder, der in einem guten Verhältnis mit Gott stehen wollte mußte dieses Gesetz halten (2Mo 19:5-6; Rö 10:5) [5].

Dann berief Gott Johannes den Täufer. Nach dem Ratschluß Gottes mußten alle Israeliten ihre Sünden bekennen und sich zur Vergebung der Sünden taufen lassen (Mc 1:4; Lk 7:30).

Dann kam Jesus und mit Ihm die Gnade und die Wahrheit (Joh 1:17; Matth 5:21 ...).

 

Wenn bis zu diesem Punkt keine großen Schwierigkeiten bestehen wird es von nun an problematisch. Von nun an bestehen unter den Kindern Gottes unterschiedliche Verständnisse, die zu Trennungen und zur Bildung von Sekten geführt haben.

 

1. Im Laufe der Haushaltung des Gesetzes verkündete Gott durch seine Propheten das Gericht über ein nicht bußbereites Volk sondern auch eine zukünftige Erlösung und ein Reich des Friedens unter dem verhießenen Messias. Wir nennen diese Haushaltung: die Haushaltung des Reiches oder das tausendjährige Reich.

2. Johannes der Täufer und Jesus verkündeten dieses Reich als „nahe herbeigekommen“ (Mtth 3:2, 17) und seine Jünger erwarteten es zu Pfingsten (Ap 1:6). Petrus verkündete dieses Reich seinen Volksgenossen. Er nannte es „Zeiten der Erquickung“ und „Wiederherstellung aller Dinge“ (Ap 3:19-21).

3. Dann brachte der Erhöhte Jesus den Pharisäer Paulus zur Umkehr und berief ihn Seinen Namen vor Nationen, Könige und die Söhne Israels zu tragen (Ap 9:15).

4. Offenbarte Jesus dem Paulus die Verwaltung der Gnade Gottes oder des Geheimnisses, das von Zeitaltern her in Gott verborgen war und sich gewaltig von dem bisherigen Programm unterscheidet (Eph. 3:2-13).

6.Die Haushaltung der Gnade oder des Geheimnisses

Am Besten können wir die Besonderheit dieser Haushaltung herausstellen, wenn einen Vergleich zwischen der Haushaltung des Reiches und dem des Geheimnisses aufstellen.

 

Die Haushaltung des Reiches Die Haushaltung des Geheimnisses
Wurde durch die Propheten vorausgesagt. War verborgen in Gott, bis es dem Apostel Paulus offenbart wurde.
 

Bezieht sich auf ein politisches Reich mit sozialen Verheißungen: Da 2:44; Ps 2:8; Jer 23:5-8

 

Bezieht sich auf einen lebendigen Organismus, den Leib Christi, der aus Juden und Heiden aufgebaut wird:

1Ko 12:12-13,27; Eph 4:4,12-16

 

Das Reich wird auf dieser Erde aufgerichtet:

Jes. 11:9; Sach. 14:16-19; Ps 37:9,11; Matth. 5:5; 6:10

 

Der Leib Cristi, die Gemeinde, hat eine himmlische Berufung:

Eph. 2:5-6; Ph. 3:20; Kol. 3:1-3; 1Te 4:13-18

 

Christus ist König der ganzen Erde:

Jer. 23:5; Jes. 9:6-7

 

Christus ist Haupt seines Leibes:

Eph. 1:19-23; Kol. 1:18

 

Die Heiden werden durch ein gehorsames Israel gesegnet:

1Mo. 22:17-18; Jes. 42:6; 49:6; 55:4-5; 56:6-8; 60:1-3; 66:18-19; Sach. 8:13,22

 

Die Heiden sind auf Grund der Verhärtung Israels und dessen Fall gesegnet worden:

Ap. 13:44-47 [6]; 28:27-28; Rö 11:11-15;30

 

 

Israel hat eine Vorrangstellung den Nationen gegenüber:

Jes. 60:10-12; 61:5-6; 14:1-2

 

Es gibt keinen Unterschied zwischen Juden und Heiden:

Rö. 10:12; 11:32; Ga 3:27-28; Eph. 2:16-19; 3:6; 1Ko. 12:13; Kol. 3:11

 

Materielle und geistliche Segnungen auf dieser Erde:

Jes. 30:21, 23-26; 32:18; 35:5-7; 49:10; 60:5-6

 

Jede geistliche Segnung in den himmlischen:

Eph. 1:3; Kol. 3:1-3

 

Nationen: Jes. 2:2-4; Hes. 37:21-22

 

Einzelpersonen: 2Ko. 5:14-17 [7]

 

 

 

 


[1] Beispiel: Für eine Zeit dachte man, daß die beste Erziehungsmethode wäre die Kinder sich selbst zu überlassen. Man müsse ihnen erlauben was sie sich wünschen und ihre natürlichen Triebe nicht unterdrücken, sonst bekäme man beklemmte Kinder. Dann hat man festgestellt, daß man sich geirrt habe und ist zurückgekehrt, sie wieder zu disziplinieren.

[2] Das griechische Wort ist oikonomia und setzt sich aus oikos = Haus und nemo = verteilen zusammen. 

[3] Elieser und Joseph waren solche Haushalter (Verwalter) 1Mo 15:2; 24:2; 39:4. Siehe auch Lk 12:42; 16:1-2.

[4] Diese drei Verse enthalten ein Programm (Haushaltung) und ein Prinzip.

1. Gott will in einer nicht offenbarten Zukunft alle Familien der Erde in Abram segnen.

2. Wenn Gott jemanden segnet will Er, daß dieser Segen nicht bei dieser Person hängen bleibt sondern weiter geht. Gesegnet zum segnen.

[5] Nur einen ganz kurzen Denkanstoß für die, die es nötig haben. Wer einer Übertretung des moralischen Gesetzes schuldig wurde hatte im gleichen Gesetz Vorschriften, wie er diese Übertretung wieder gutmachen konnte (Abwaschungen, Tieropfer).

[6] Es war vorausgesagt, daß Jesus nicht nur die Bewahrten Israels zurückbringen und aufrichten würde, sondern auch das Licht der Nationen sein würde (Jes 49:6). Paulus benutzt diese Prophetie, um sein Gehen zu den Nationen zu rechtfertigen. Dies bedeutet nicht, daß damit die Prophetie in der gegenwärtigen Heilsperiode erfüllt worden ist. Auch Paulus sieht eine Fülle mit weit größeren Ergebnissen voraus (Rö. 11:12-15). Dann werden die Nationen nicht wie jetzt in einen Leib integriert werden, sondern Israel dienen. Siehe den nächsten Vergleich.

[7] Das bedeutet nicht, daß Gott nicht auch im Reichsprogramm mit einzelnen Menschen handelt und das gegenwärtig die Gemeinde als Volk Gottes betrachtet wird. Aber heute haben wir nicht auf der einen Seite das Volk Gottes und auf der anderen Seite die Nationen, die im Lichte des Volkes Gottes wandeln (Jes. 60:3). Heute ist das Volk Gottes aus „jedem Stamm, jeder Sprache, jedem Volk und jeder Nation“ (Off. 5:9).