Will Gott, daß alle Menschen gesund sind?
Wir wollen diese Frage anschneiden, weil es heute viele ehrliche und aufrichtige Christen gibt, die überzeugt sind, daß gemäß Jesaja 53:4 Jesus nicht nur unsere Sünden, sondern auch unsere Krankheiten getragen hat und darum jeder Christ geheilt werden kann. Man sagt: "Wir müssen Jesus als unseren Arzt annehmen, wie wir ihn als unseren Heiland angenommen haben. Ein kranker Christ ist ein Widerspruch".
Diese Behauptungen sind, wenn nicht falsch, zu mindestens unvollkommen.
1. Gott ist souverän
Als Schöpfer des Weltalls hat Er Gesetze geschaffen, die seine Schöpfung ordnen und regeln. Alles Geschaffene wir durch das Allmachtwort Jesu getragen (phéro - bewahren, aufrecht erhalten, Heb 1:3).
Gott kann in unser Leben eingreifen sooft es Ihm gut dünkt. "Unser Gott ist in den Himmeln; alles, was Ihm wohlgefällt, tut Er" (Ps 115:3).
Gott kann jede Schwierigkeit und Krankheit beseitigen.
2. Die übernatürlichen Eingriffe Gottes
Gemäß der Heiligen Schriften greift Gott nur übernatürlich für unsere Bedürfnisse ein, wenn es dafür triftige Gründe gibt.
Zum Beispiel: Manna in der Wüste, Bestätigung der Einführung neuer Heilsabschnitte im Erlösungsplan Gottes (Heb 2:4) ....
3. Meine Verantwortung
Gott erwartet von mir:
1. daß ich mich Seinen materiellen, psychologischen und geistlichen Gesetzen anpasse;
2. daß ich mich Seinen Gedanken und Plänen anpasse;
3. daß ich ein grenzenloses Vertrauen in Bezug auf Seine Liebe und Fürsorge habe (darum gibt es nie einen Grund zur Klage, zur Entmutigung und zur Sorge);
4. daß ich für meine Bedürfnisse Sorge trage oder daß Andere (Eltern, Geschwister u.s.w. ) dies für mich tun;
5. daß ich Ihn auch in schwierigen Situationen preise; selbst wenn Er nicht eingreift oder Andere mir nicht helfen. Es könnte sich um eine Prüfung handeln. Es ist von viel größerem Wert Gott in schwierigen Situationen zu preisen als dies in Zeiten des Überflusses oder in der Gegenwart von Zeichen und Wundern zu tun.
4. Die Ursache der Krankheiten
A. Im generellen sind die Krankheiten die Folge der Sünde Adams. Wenn dieser nicht gesündigt hätte, gäbe es weder Dornen, noch Krankheiten, noch Tod in dieser Welt.
B. Im speziellen können Krankheiten verschiedene Ursachen haben. Sie können Folgen von Übertretungen von materiellen, psychologischen und geistlichen Gesetzen, eine Strafe Gottes oder eine Prüfung sein, zur Bewahrung vor Hochmut dienen .....
1. Krankheiten als Folge von Übertretungen von physischen Gesetzen
Als Kinder Gottes unterliegen wir den physischen Gesetzen, wie alle anderen Geschöpfe. Normalerweise hebt Gott für Seine Kinder nicht die Gesetze auf, durch die Er das Weltall aufrecht erhält, wenn diese sie unwissentlich oder wissentlich übertreten. Auch Kinder Gottes müssen lernen. daß das Feuer brennt, daß es giftige Pflanzen gibt, daß übermäßiges Essen korpulent macht, daß eine falsche Ernährungsweise Krankheiten hervorruft, daß ungemäße Kleidung eine Erkältung zur Folge haben kann, daß Alkoholmißbrauch uns die Sinne raubt, daß man nicht aus beliebiger Höhe springen kann, ohne sich die Knochen zu brechen u.s.w.
2. Krankheiten als Folge von Übertretungen von geistlichen Gesetzen
Der Unglauben ist die Ursache vieler Sünden wie Ungehorsam, Götzendienst, Aberglaube, Spiritismus, Okkultismus u.s.w. und kann vielfältige Krankheiten verursachen.
"Es wird aber geschehen, wenn du der Stimme des HERRN, deines Gottes, nicht gehorchst, .. dann werden all diese Flüche über dich kommen. Der HERR wird dich schlagen mit den Geschwüren Ägyptens und mit Beulen und mit Krätze und mit Grind, daß du nicht mehr geheilt werden kannst. Der HERR wird dich mit Wahnsinn und mit Blindheit und mit Geistesverwirrung schlagen" (5. Mo. 28:15-68).
Gott schlug den König Joram mit einer schmerzhaften Krankheit an den Eingeweiden auf Grund seines gottlosen Wandels (2Chr 21:12-19).
Herodes Agrippa I wurde lebendig von Würmern zerfressen, weil er Gott nicht die Ehre gab (Apg 12:23).
In Korinth waren viele Gläubige krank und starben, weil sie unwürdig am Abendmahl teilgenommen haben (1Kor 11:30).
Paulus ermahnte die Epheser dem Teufel keinen Raum zu geben (Eph 4:27).
Es gibt Krankheiten, die von Dämonen hervorgerufen werden wie: Blindheit, Sprachlosigkeit, Taubheit, Epilepsie, Verkrüppelung (Mt 9:32-33; 12:22; Mk 9:17-27; Lk 13:16).
3. Krankheiten durch göttliche Fürsorge hervorgerufen
3.1 im Hinblick auf eine Bekehrung
"um den Menschen von seinem Tun abzuwenden und den Hochmut vom Mann abzuhauen und seine Seele von der Grube zurückzuhalten ... (Hi 32: 17-30).
3.2 um uns zu bewahren
Paulus schrieb den Korinthern: "damit ich mich nicht überhebe, wurde mir ein Dorn für das Fleisch gegeben, ein Engel Satans, daß er mich mit Fäusten schlage, damit ich mich nicht überhebe" (2Kor 12:7).
3.3 zur Verherrlichung Gottes
a) durch eine Heilung
Eines Tages sahen die Jünger Jesu einen Blindgeborenen und wollten von Jesus wissen, ob dieser Zustand die Folge der Sünde seiner Eltern oder seiner eigenen Sünden sei. Jesus erklärte ihnen, daß die Krankheit nicht durch Sünde verursacht worden war, "sondern damit die Werke Gottes an ihm offenbar würden" (Joh 9:1-3).
b) durch ein geduldiges Ertragen (Prüfung)
Hiob war ein Beispiel wie ein Mensch Gott ergeben sein kann ohne an eine Belohnung zu denken (Hi 1:8-12). Die Freunde Hiobs waren überzeugt, daß er sicher gegen Gott gesündigt haben muß, sonst könnte er sich unmöglich in einer so schrecklichen Situation befinden. Es hat heute viele Freunde dieser Art. Doch waren sie im Irrtum. Hiob selbst wurde fast irre an Gott. Er litt weil er treu war und Gott seiner gewiß war. Er ist damit zum Beispiel der Geduld aller Menschen geworden.
Joni hätte Gott nie im gesunden Zustand gedient wie sie es jetzt, in ihrem normalerweise nicht beneidenswerten Zustand, tun kann. Und ihresgleichen gibt es viele Kinder Gottes.
Diese Überlegungen sind nicht vollständig und könnten erweitert werden. Wenn wir für eine kranke Person beten wollen, dann müssen wir diese Prinzipien Gottes unbedingt beachten, sonst könnten wir uns im Widerspruch mit Gott befinden und Unheil anrichten ohne es zu wollen.
Es sei erwähnt, daß Krankheiten, die durch dämonische Bindungen hervorgerufen wurden oft spontan bei der Bekehrung geheilt werden. Unter Umständen tritt die Heilung erst nach Bekennen der Sünden, die zur Bindung geführt haben, ein.
Krankheiten, die durch Sünde hervorgerufen wurden bedürfen generell das Bekennen und Lassen der Sünde.
Es sei erwähnt, daß Paulus dem Timotheus riet nicht nur Wasser zu trinken, sondern ein wenig Wein zu gebrauchen, um seines Magens und seines häufigen Unwohlseins willen (1Tim 5:23) und daß er Trophimus krank in Milet zurückgelassen hat (2Tim 4:20).
Wir dürfen uns an dem neuen Leben in Christus erfreuen, und sind uns bewußt, daß wir auf Hoffnung hin errettet worden sind und noch auf die Erlösung unseres Leibes warten (Röm 8:23). Bei seinem Erscheinen wird Jesus unseren Leib der Niedrigkeit umgestalten zur Gleichgestalt mit Seinem Leib der Herrlichkeit (Phil 3: 21). Dann wird das Verwesliche in Unverweslichkeit verwandelt und das Sterbliche Unsterblichkeit anziehen (1Kor 15:53).
In der Zwischenzeit wollen wir, vertrauend auf unseren lieben himmlischen Vater, in allen Dingen Seinen Willen suchen und erfüllen. Es ist unwichtig wie es mir geht, was aber nicht ausschließt, daß ich für die gute Erhaltung des Tempel des Heiligen Geistes verantwortlich bin und Ihn bitten darf mir dabei zu helfen.