Die Gabe des Heiligen Geistes im Laufe der Haushaltungen Gottes
Um keiner falschen Lehre zu verfallen ist es notwendig, daß wir einen Überblick über die ganze Offenbarung Gottes haben.
Dieser Überblick läßt uns erkennen, daß die Offenbarung des Heilsplanes Gottes fortschreitend ist.
Wir sollten fähig sein, zwischender Verwaltung des Gesetzes,
der Verwaltung des Reiches
und der Verwaltung der Gnade oder des Geheimnisses (Eph 3:2; 1:9-10)zu unterscheiden.
1. Während der Verwaltung des Gesetzes, die bis zum Kreuz Christi reicht (Jesus war unter dem Gesetz geboren und lebte unter dem Gesetz - Gal 4:4):
erfüllte der Geist Gottes oder Jahvehs (2Mo 35:31),
"der Herr hat Bezalel berufen und mit dem Geist Gottes erfüllt ... um in Gold, Silber und Bronze zu arbeiten".umkleidete (lavàsch Ri 6:34),
"der Geist Jahvehs umkleidete Gideon" zum Kampf gegen Midean.fiel (napal Hes 11:5),
"der Geist Jahvehs fiel auf mich und sprach zu mir: Sage: So spricht Jahveh: .."kam über (zalàch - Ri 11:29) einzelne Menschen, um durch sie gewisse Aufgaben zu auszuführen.
"Da kam der Geist Jahvehs über Jeftah".Dieses geschah auch mehrere Male im Leben eines Menschen (Ri 14:6, 19; 1Sa 10:6, 10; 11:6).
Das Gebet Davids: "den Geist deiner Heiligkeit nimm nicht von mir!" (Ps 51:13) muß im geschichtlichen Zusammenhang verstanden werden. David fürchtete, auf Grund seiner begangenen Sünde, das gleiche Los Sauls erleiden zu müssen (1Sa 16:13-14). "Der Geist Jahvehs geriet über (zalàch) David von diesem Tag an und darüber hinaus. ... Aber der Geist Jahvehs wich von Saul, und ein böser Geist Jahvehs ängstigte ihn."
2. Gott verhieß durch die Propheten Jesaja (44:3; 32:15), Hesekiel (37:14; 39:29) und Joel (3:1), daß Er am Ende der Tage seinen Geist über das ganze Haus Israel (alles Fleisch) ausgießen wird.
3. Dann schickte Gott Johannes den Täufer, um den Weg für Jesus vorzubereiten. Johannes "predigte die Taufe der Buße zur Vergebung der Sünden" (Mk 1:4) und kündigte an, daß der, der nach ihm kommen würde, sie "mit (in) Heiligen Geist taufen" würde (Mk 1:8).
4. Jesus sagte seinen Jüngern, daß der Vater denen, die ihn bitten, den Heiligen Geist geben würde. "Wenn nun ihr, die ihr böse seid, euren Kindern gute Gaben zu geben wißt, wieviel mehr wird der Vater, der vom Himmel, den Heiligen Geist geben denen, die ihn bitten" (Lk. 11:13).
Dies ist vollkommen neu im Hinblick auf die Erfahrung, die die Menschen bisher gemacht haben. Damit nähern wir uns der Verheißung Gottes, die Er mittels des Propheten Joel gemacht hatte: "Und danach wird es geschehen, daß ich meinen Geist über alles Fleisch ausgießen werde" (3:1).
5. Gegen Ende seines irdischen Lebens versprach Jesus seinen Jüngern, daß ER selbst den Vater bitten würde und daß dieser ihnen den Geist der Wahrheit senden würde. ".. ich werde den Vater bitten, und er wird euch einen anderen Beistand (Fürsprecher) geben, daß er bei euch sei in Ewigkeit, den Geist der Wahrheit, den die Welt nicht empfangen kann ... Ihr kennt ihn, denn er bleibt bei euch und wird in euch sein" (Joh 14:16-17).
6. Am Abend seiner Auferstehung hauchte Jesus seine Jünger an und sagte: "Empfangt heiligen Geist!" (Joh 20:22 - kein Artikel im Griechischen). Er befahl ihnen dann, daß sie in Jerusalem warten sollten, bis ER auf sie die Verheißung seines Vaters gesandt hätte und sie, durch das Kommen des heiligen Geistes (Apg 1:8), mit Kraft aus der Höhe angetan sein würden (Lk 24:49).
7. Zu Pfingsten "wurden alle (Jünger) mit heiligem Geist erfüllt und fingen an, in anderen Sprachen zu reden, wie der Geist ihnen gab auszusprechen" (Apg 2:1-4). Es handelte sich um Sprachen der Juden der Zerstreuung (Apg 2:6-11).
Petrus erklärte den Juden, daß sich vor ihren Augen erfüllt hat, was Gott durch den Propheten Joel für die letzten Tage vorausgesagt hatte (Apg 2:16-17). Der Jesus, den sie gekreuzigt hatten, ist von Gott auferweckt und erhöht worden und hat den verheißenen heiligen Geist über sie ausgegossen (Apg 2:32-33).
Auf die Frage was nun zu tun wäre antwortete Petrus: "Tut Buße, und jeder von euch lasse sich taufen auf den Namen Jesu Christi zur Vergebung eurer Sünden, und ihr werdet die Gabe des Heiligen Geistes empfangen" (Apg 2:38).
Damit hat das Zeitalter angefangen in dem jeder Gläubige die Gabe des Heiligen Geistes empfangen würde.
Um diese zu empfangen waren nicht Gebete oder Warteversammlungen gefragt, sondern Buße und Taufe zur Vergebung der Sünden.
Die Bibel offenbart, daß die folgenden Aussagen gleichbedeutend sind
(die gleiche Erfahrung betreffen und dem Pfingsterlebnis entsprechen):"ich sende die Verheißung meines Vaters auf euch" (Lk 2:49; Apg 1:4),
"mit (in) Heiligem Geist getauft" (Apg 1:5; 11:16),
"angetan .. mit Kraft aus der Höhe" (Lk 2:49; Apg 1: 8)
"wenn der Heilige Geist auf euch gekommen ist" (Apg 1:8),
"ausgießen des Geistes" Gottes (Apg 2:17, 33),
"fiel der Heilige Geist auf alle" (Apg 10:44; 11:15),
"die Gabe des Heiligen Geistes empfangen" (Apg 2:38; 10:45; 11:17),
"den Heiligen Geist empfangen" (Apg 8:15-18),
"sie wurden alle mit Heiligen Geist erfüllt" (Apg 2:4), nur daß die Erfüllung mit dem Heiligen Geist sich wiederholt (Apg 4:31).
Zu Pfingsten erfüllte sich nicht die ganze Prophezeiung von Joel.
Gott sprach von einer materiellen und geistlichen Wiederherstellung Israels nach einer Zeit der Gefangenschaft und dem folgenden Gericht der Völker im Tal Joschafat. Wir müssen darum die vollkommene Erfüllung der Prophezeiung bei der Wiederherstellung des Volkes Israel erwarten (Röm 11:25-26). Auch die Apostel hatten die Verheißung der Ausgießung des Heiligen Geistes mit der Wiederherstellung Israels verbunden (Apg. 1:6).8. Bis die Gnade Gottes oder das Geheimnis Gottes (Eph 3:2-4) nicht in seiner Fülle verwaltet wurde, haben wir eine Übergangszeit in der der Heilige Geist die Apostel in die ganze Wahrheit einführte (Joh 16:12-13; 14:26). Während dieser Zeit wurde der heilige Geist auf verschiedener Art und Weise gegeben.
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Die Gläubigen von Samarien bekamen den heiligen Geist nicht nach ihrer Taufe. Es war notwendig, daß Petrus und Johannes von Jerusalem nach Samarien herabgingen und nach Gebet ihnen die Hände auflegten (Apg 8:14-17).
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Auf die ersten bekehrten Heiden fiel der heilige Geist ohne den Taufritus während sie der Botschaft des Petrus lauschten. (Apg 11:15; 10:44). Als die gläubigen Juden dies merkten, denn sie hörten die Heiden in Sprachen reden und Gott preisen, waren sie so erschüttert, daß sie außer sich gerieten (10:45-46). Ohne die Sprachengabe hätten die Judenchristen das Kommen des Geistes über die Heidenchristen gar nicht gemerkt. Hier haben wir eine praktische Demonstration der Aussage des Paulus: "die Sprachen sind ein Zeichen für die Ungläubigen" (1Kor 14:21-22). Die Judenchristen hätten nie erwartet, daß Gott auch den Heiden je seinen Geist gegeben hätte (Apg 11:1-18; 15:8).
Gott war dabei eine neue Heilsverwaltung einzuführen.
Israel, bisher begünstigte Nation, würde, weil es den Christus Gottes ablehnt hat, zeitweise zur Seite gestellt werden. Die Heiden würden nicht mehr Judenproseliten werden müssen, um am Heil Israels teilnehmen zu können. Der Unterschied zwischen Juden und Heiden würde vollkommen aufgehoben sein. Beide werden gleichwertig den Zugang zu Gott in Christus bekommen (Eph 2:11-16). Diese Botschaft hätte Jesus in Kürze dem gerade bekehrten Pharisäer Paulus anvertraut. Das Geschehen im Hause des Kornelius sollte dazu dienen, daß die Apostel den Paulus, mit seiner neuen Botschaft, in ihre Gemeinschaft aufnehmen würden (Ga 1:11-12; 2:7).*
Es wird in der Apostelgeschichte noch ein Erlebnis erwähnt, daß Paulus in Ephesus machte. Dort traf er auf 12 Jünger, die er fragte ob sie den Heiligen Geist empfangen hätten als sie gläubig wurden. Diese hatten keine Ahnung über das Bestehen des Heiligen Geistes. Paulus entdeckte, daß es sich um Jünger des Johannes des Täufers handelte. Nach seinem Gespräch mit ihnen taufte er sie auf den Namen Jesus und legte ihnen die Hände auf. Daraufhin kam der heilige Geist auf sie und sie redeten in Sprachen und weissagten (Apg 19:1-7).
9. In der aktuellen Verwaltung der Gnade Gottes (Eph 3:3) besteht kein Unterschied zwischen Juden und Heiden (Ga 3:28) und wird kein politisches, sondern ein geistliches Reich Gottes verkündigt.
Jeder Sünder, der Buße tut und sich dem Herrn Jesus glaubend anvertraut
(Apg 20:21-24; Joh 1:12-13; 3:3, 5-7, 36; 5:24; 2Petr 1:4; Ga 3:26; Tit 3:5-6; 1Joh 5:1)
bekommt das Recht ein Kind Gottes zu werden,
wird von neuem geboren
(bekommt das Leben und die Natur Gottes), und
hat das ewige Leben.Der Heilige Geist, der Geist Gottes, der Geist Jesu und der Geist der Sohnschaft (Apg 2:4, 17; 5:3, 4, 9; 16:6-7; Röm 8:15) sind ein und derselbe Geist.
Niemand kann ein Kind Gottes sein ohne den Geist seines Sohnes in sich wohnen zu haben (Gal 4:6; Röm 8:9-11).
Ist es recht Gebete an den heiligen Geist zu richten?
Da der heilige Geist Gott ist, wie der Vater und der Sohn
er erleuchtet uns,
leitet uns,
schenkt uns Kraft usw.darum scheint es logisch zu sein eine positive Antwort zu geben.
In der Tat richten viele Christen ihre Gebete an den heiligen Geist, beten ihn an, singen ihm.Soll ich mein Handeln nach meiner Logik oder dem Worte Gottes ausrichten?
Ohne Zweifel ist das Wort Gottes unsere Richtschnur für Glauben und Wandel.In der Heiligen Schrift wird nicht gelehrt, zum Geist Gottes zu beten. Bis zum Jahre 381 war der heilige Geist nie Gegenstand der Anbetung.
Der Apostel Paulus lehrt uns im (en = im oder durch den) und nicht zum Geist zu beten (Eph 6:18). Er bezeichnet die Gläubigen als die, die im (oder durch den) Geist dienen (Gottesdienst üben, anbeten), aber nicht den Geist anbeten (Phil 3:3) .
Der Geist nimmt "sich unserer Schwachheit an, denn wir wissen nicht, was wir bitten sollen, wie es sich gebührt, aber der Geist selbst verwendet sich für uns in unaussprechlichen Seufzern" .. "Gott gemäß" (Rö 8:26-27).
Sollen Kinder Gottes um die Taufe des heiligen Geistes beten?
Es gibt nicht einen einzigen Hinweis im Neuen Testament, daß die Apostel die Gläubigen gelehrt haben auf den heiligen Geist zu warten oder zu beten, damit sie ihn erhalten würden.
Die Lehre der Pfingstler und Charismatiker ist nicht biblisch.
Die Erfahrung der Apostel war eine unwiederholbare Erfahrung, die den Wechsel (Übergang) vom alten zum neuen Testament kennzeichnete. Wir sind nicht unter dem Gesetz Moses geboren und müssen nicht auf die Erfüllung des Pfingstfestes warten.Der Heilige Geist kam nicht zu Pfingsten weil die Apostel beteten, sondern weil der Tag des Pfingstfestes erfüllt war (Apg 1:14; 2:1).
Er konnte weder einen Tag früher noch einen Tag später kommen. Gott hat einen Plan, der programmäßig abläuft, ob Du Dich in seinen Plan einfügst oder nicht.
Ein Kind Gottes muß nicht für etwas beten, was es schon besitzt. Jedes Kind Gottes ist Tempel des Heiligen Geistes (1Kor 6:19) .
Dies bedeutet jedoch nicht, daß automatisch alle Kinder Gottes geistlich wandeln. Die Korinther waren alle "in (mit) einem Geist .. zu einem Leib getauft worden" aber hatten ein sehr zu rügendes Benehmen (1Kor 12:13; 3:1-2). Auch Jakobus mußte die Gläubigen ermahnen (4:4-5).
Es ist ein großer Unterschied den Geist Gottes zu haben und voll Heiligen Geistes zu sein oder im (oder: durch den) Geist zu wandeln (Gal 5:25, 16-18).
Die Fülle des Geistes erleben wir verschiedene Male (Apg 2:4; 4:31). Wir müssen uns bemühen allezeit voll Geistes zu sein (Apg 6:3,5; Eph 5:18 - plerousthe - Imperativ präs.).
Nur ein Leben in der Fülle des Geistes ehrt Gott und schenkt Zufriedenheit
(Gal 5:16, 18, 22-23; Joh 15:5, 8).
Quiz
1. Wer bekam den heiligen Geist während der Verwaltung des Gesetzes?
2. Welche Verheißung machte der Herr seinem Volk für die letzten Tage?
3. Was für eine Taufe kündigte Johannes der Täufer an und wer würde diese Taufe ausführen? Mk 1:8
4. Welche Verheißung machte Jesus seinen Jüngern in der ersten Zeit seines Dienstes und welcheVerheißung machte er kurz vor seinem Tod? Lk 11:13; Joh 14:16-17
5. Was befahl Jesus seinen Jüngern vor seiner Himmelfahrt? Lk 24:49; Apg 1:8
6. Was ist zu Pfingsten geschehen?
7. Was mußten die Juden zu Pfingsten tun, um die Gabe des heiligen Geist zu empfangen? Apg 2:38
8. Wie haben die Samaritaner den heiligen Geist empfangen? Apg 8:12-17
9. Wie haben die ersten Heiden den heiligen Geist empfangen?
10. Was lernst Du aus der Tatsache, daß Petrus und die Judenchristen außer sich gerieten als dieHeiden den heiligen Geist empfingen und daß die Apostel und Brüder in Judäa mit Petrus stritten, weil er in das Haus eines Heiden eingekehrt ist? Apg 10:45; 11:1-3
11. Vergleiche Deine Schlußfolgerung mit Mt 28:19-20. Was kannst Du daraus schließen?
12. Wo steht geschrieben, daß ein Kind Gottes die Taufe des heiligen Geistes oder die Fülle desGeistes suchen soll?
13. Welcher Unterschied besteht zwischen dem Empfang des heiligen Geistes und der Taufe desheiligen Geistes? Gib einen biblischen Beweis.
14. Sollen wir den Geist Gottes anrufen? Beweise es mit der Bibel.