Ist die Homöopathie eine alternative Heilmethode?
1. Krankheit im Lichte der Bibel
Tod und Krankheit sind eine Folge der Sünde.
1. Mose 2,16+17: "Und Gott, der Herr, gebot dem Menschen und sprach: Du sollst essen von allen Bäumen des Gartens; aber von dem Baum der Erkenntnis des Guten und des Bösen sollst du nicht essen; denn welchen Tages du davon issest, mußt du unbedingt sterben!"
Römer 5,12: "Darum, gleichwie durch einen Menschen die Sünde in die Welt gekommen ist und durch die Sünde der Tod, und so der Tod zu allen Menschen hindurchgedrungen ist, weil sie alle gesündigt haben - denn schon vor dem Gesetz war die Sünde in der Welt."
Gott schuf den Menschen als Persönlichkeit, mit Verstand begabt und mit einem freien Willen. Ein Mensch, der nicht frei ist, wäre kein Mensch, sondern ein Roboter. Der Mensch hat also von Gott die Entscheidungsfreiheit bekommen, das Gute oder das Böse zu tun.
Sünde trennt uns von Gott, führt zu einer Dissonanz in der Beziehung zum Mitmenschen und zur Natur. Habsucht, Lieblosigkeit, Aberglaube usw., all das ist Sünde, ist Mißbrauch des freien Willens, letztlich Mißbrauch der Liebe Gottes. Der Mensch ist als Sünder getrennt von Gott, lebt nicht mehr in Harmonie, in Gemeinschaft mit ihm und damit auch im Unfrieden mit sich selbst. Krankheit und Tod sind ebenfalls eine direkte Folge des Sündenfalls, das Erbe, das uns das erste Menschenpaar hinterließ.
Deshalb wurde Gott in Christus Mensch, für uns zur Sünde gemacht, er, der von keiner Sünde wußte, damit jeder, der an ihn glaubt, Leben habe: ewiges, sinnerfülltes Leben. Durch das Sühnopfer Jesu Christi wurde die Gemeinschaft mit Gott wieder möglich.
Joh. 3,16: "Denn Gott hat die Welt so geliebt, daß er seinen eingeborenen Sohn gab, damit jeder der an ihn glaubt, nicht verloren gehe, sondern ewiges Leben habe."
2. Kor. 5,21: "Denn er hat den, der von keiner Sünde wußte, für uns zur Sünde gemacht, auf dass wir in ihm Gerechtigkeit Gottes würden."
Der erlöste Mensch lebt in Harmonie mit Gott. Schon hier möchte ich mit aller Deutlichkeit sagen: Wer behauptet, ein Heilmittel könne diese Harmonie wiederherstellen, verkündigt ein anderes Evangelium!
Kinder Gottes haben ewiges Leben. Den körperlichen Tod und auch Krankheit lässt Gott in dieser Zeit, bis zur Vollendung, noch zu. Manchmal ist Krankheit nach Gottes Willen nicht heilbar. Aber Gott hat eine Absicht damit (Jer. 16,4; 2. Chron. 21,18). Manchmal steht Krankheit in direktem Zusammenhang mit Sünde. Durch Bekenntnis und Gebet erfährt der Mensch Heilung (Jak. 5,16ff.).
In 1. Kor. 11,29+30 lesen wir sogar, daß manche früher starben, weil sie nicht im Lichte Gottes lebten und ihre Sünde überdeckten. Es wäre jedoch falsch und unbarmherzig zu sagen, jeder Kranke leide deshalb, weil er mehr als andere gesündigt habe.
Paulus musste Trophimus krank in Milet zurücklassen (2. Tim. 4,20).
Er empfahl Timotheus, etwas Wein zu trinken, weil er Magenprobleme hatte.
Es gibt durchaus medizinische Hilfsmittel, die der Mensch anwenden kann.
Wenn die Bibel aber von Krankenheilung spricht, steht das immer im Zusammenhang mit dem lebendigen Gott und einer menschlichen Gesinnung IHM gegenüber.
Ich erwähne Asa in 2. Chron. l6,12, von dem die Bibel sagt, daß er krank war und trotzdem den Herrn nicht suchte. Seine Gesinnung war falsch, und weder Allopathie noch Homöopathie würde daran etwas ändern.
Dann als Gegenbeispiel König Hiskia, den Gott von seiner Krankheit heilte (Jes. 38,9).
In diesem Zusammenhang ist bemerkenswert, was Paulus in Philipper 2,25-29 schrieb, nämlich dass Epaphroditus krank war, und er (Paulus) selbst von einem "Pfahl im Fleisch" nicht geheilt wurde.
Krankheit und Tod sind eine Folge der Sünde. Ich sage nicht, wer an einer Grippe leide, habe zu 10% gesündigt und jemand mit einem Hirntumor zu 70%. Aber: Die biblische Lehre über den Menschen, über Sünde, Krankheit und Tod, widerspricht einer Heilmethode diametral, die mittels "Simile-Prinzip" und "Potenzierung" die aus dem Gleichgewicht geworfene Lebenskraft des Menschen wieder in Harmonie bringen will.
2. Das Lehrgebäude Samuel Hahnemanns - Die drei Säulen der Homöopathie
Einleitung
Homöopathie ist nicht - wie in weiten Kreisen angenommen wird - ein pflanzliches, ungiftiges, "gesundes" Naturheilverfahren im Gegensatz zur chemischen, giftigen, ungesunden Allopathie (Schulmedizin).
Homöopathie ist kein Naturheilverfahren, sondern eine Heilslehre.
Zu Recht erkennen die Homöopathen, daß beispielsweise Neid, Haß, Aggression den Menschen krank machen. Diese Dinge nennt die Bibel Sünde. Sie sind nur durch Bekenntnis und Vergebung zu heilen. Glaubt man nun, durch ein homöopathisches Mittel solches (Fehl) Verhalten ausmerzen zu können, steht man im Widerspruch zur biblischen Lehre. Die Homöopathie besitzt eine "Bibel der reinen Lehre": Hahnemanns "Organon der Heilkunst".
Im Vorwort steht: "Ein Homöopathie-Lehrgang ohne die Basis des Organon, ist heute kaum mehr akzeptabel." Dabei darf Hahnemann sicher nicht als alleiniger Erfinder der Homöopathie bezeichnet werden. Schon der dänische Regimentsarzt Stahl vertrat vor Hahnemann die Ansicht, dass durch ein ähnliches, leidenerzeugendes Mittel die Krankheiten geheilt würden.
Das Simile-Prinzip finden wir auch in der chinesischen Medizin, die ganz eindeutig mit Kräften der unsichtbaren, antigöttlichen Welt kooperierte.
Auch in den widerbiblischen Büchern 6. und 7. Mose ist das Simile-Denken vertreten. Da sollen beispielsweise die Augen einer Kröte, hinten an den Hals gehängt, die Sehkraft stärken.
1. Säule: Das "Simile-Prinzip" - Wiederherstellung der gestörten Lebensharmonie
Es geht hier nicht primär darum, ob irgend etwas oder irgend jemand heilen kann, sondern, aus welcher "Quelle" wir trinken. Wir werden sehen, daß die Quelle der Homöopathie bitter ist. Dabei lasse ich bewußt die Homöopathen selbst zu Wort kommen.
Hahnemann verurteilt in seinem "Organon der Heilkunst" die Schulmedizin seitenweise mit gröbstem Geschütz:"Es scheint das unselige Hauptgeschäft der alten Medizin zu sein, die Mehrzahl der Krankheiten, die langwierigen, durch fortwährendes Schwächen und Quälen des ohnehin schon an seiner Krankheitsplage leidenden, schwachen Kranken und durch Hinzufügung neuer, zerstörender Arzneikrankheiten, wo nicht tödlich, doch wenigstens unheilbar zu machen, und, wenn man dies verderbliche Verfahren einmal im Griffe hat, und gegen die Mahnungen des Gewissens gehörig unempfindlich geworden, ist dies ein sehr leichtes Geschäft".
Und weiter: "Diese Unheilkunst, welche seit einer langen Reihe von Jahrhunderten in dem Vorrechte und der Macht, über Leben und Tod der Kranken nach Willkür und Gutdünken zu verfügen, wie eingemauert fest sitzt und seitdem einer, wohl zehnmal grösseren Anzahl von Menschen das Leben verkürzte, als es je die verderblichsten Kriege getan, und viele Millionen Kranke kränker und elender machte, als sie ursprünglich waren - diese Allöopathie habe ich in der Einleitung zu den vorigen Ausgaben dieses Buches näher beleuchtet."
Dann lüftet Hahnemann seine Maske: "Jetzt werde ich bloss ihren geraden Gegensatz, die von mir entdeckte (nun etwas mehr vervollkommnete), wahre Heilkunst vortragen. Mit dieser (der Homöopathik) ist es ganz anders. Sie kann jeden Nachdenkenden leicht überzeugen, dass die Krankheiten der Menschen auf keinem Stoffe, keiner Schärfe, das ist auf keiner Krankheitsmaterie beruhen, sondern dass sie einzig geistartige dynamische Verstimmungen der geistartigen, den Körper des Menschen belebenden Kraft (des Lebensprinzips, der Lebenskraft) sind. Die Homöopathik weiss, dass Heilung nur durch Gegenwirkung der Lebenskraft gegen die eingenommene, richtige Arznei erfolgen kann, eine um desto gewissere und schnellere Heilung, je kräftiger noch beim Kranken seine Lebenskraft verwaltet."
In Paragraph 16 seines Werkes schreibt er von schädlichen Einwirkungen auf den gesunden Organismus: "Durch die feindlichen Potenzen, welche von der Aussenwelt her das harmonische Lebensspiel stören, kann unsere Lebenskraft als geistartige Dynamis nicht anders denn auf geistartige dynamische Weise ergriffen und affiziert werden usw."
Hahnemann lehrt im "Organon der Heilkunst", Paragraph 11+12: "Nur derjenige Mensch erkrankt, der schon vorher in seiner Lebenskraft gestört war." Man müsse daher nicht die Erreger (Viren, Bakterien usw.) bekämpfen, sondern die gestörte Lebenskraft mit Hilfe seiner geistartigen Arznei wieder in Ordnung bringen, dann würde der Körper die Krankheit von alleine überwinden.
In den "Homäopathie-Infos" 10/92 steht: "Die Tatsache, dass selbst extrem hohe Verdünnungen schnelle, deutliche Reaktionen bei Patienten erwirken können, erzwingen die Hypothese, dass nicht die Substanz eines Präparates für eine homöopathische Arzneimittelwirkung zuständig ist, sondern dessen immaterielle Heilkraft, also quasi die Seele oder der Abdruck des Arzneimittels."
Harry Kollmann, der sich als Christ bezeichnet und die Homöopathie kritiklos befürwortet, schreibt in seinem Buch "Die andere Medizin" (1988), Seite 49: "Die medizinische Versorgung kostet uns heute in Deutschland die gigantische Summe von 150 Milliarden Mark pro Jahr. Angesichts solcher Tatsachen muß man sich fragen, ob es nicht doch eine billigere und bessere Heilmethode geben könnte. Dabei behandelt unsere Schulmedizin, wie wir noch sehen werden, rein lokal und vorwiegend mit Gegenmitteln. Ein solches Vorgehen muß bei allen Fortschritten letztlich in eine Sackgasse führen, denn die Therapien dieser Medizin heilen weitgehend nicht mehr, sondern lindern, bessern oder verdrängen Krankheiten. Die moderne Medizin vermag uns wohl neue Jahre zu geben. Aber vermag sie den neuen Jahren auch neues Leben zu schenken?"
Dann spricht er von der Heilmethode, die dieses Leben schenke: Homöopathie. "Die Homöopathen sollten bei Hahnemann bleiben, der die homöopathische Theorie als Mobilisierung geistartiger Kräfte verstand. Damit müßten sie ihre Magie, ihren Okkultismus, ihr anderes Evangelium als Heilslehre zugeben".
Das Simile-Prinzip ist auch losgelöst von dieser widergöttlichen Wurzel - was zwar nicht möglich ist - Unsinn.
Ein paar Beispiele:
Ich treibe Sport. Wenn ich im Sommer mit meinem Rad über einen Pass fahre, munden mir nicht heiße, sondern isotonische, kalte Getränke.
Wer in die Sauna geht, widerspricht dem Simile-Prinzip völlig und missachtet es in sträflicher Weise, denn er springt von dampfend heisser Umgebung ins kalte Wasser.
Kalte Umschläge bei hohem Fieber sind eine Wohltat.
Das Simile-Prinzip stimmt als Prinzip nicht (Ausnahmen bestätigen die Regel. Wenn z.B. ein Platz betoniert wird, muß er immer wieder gewässert werden, damit er langsam trocknen kann.).
Die Bibel kennt kein Simile-Prinzip. Sie sagt nicht, daß Jesus Christus, um uns von unsrer Sünde zu erretten, auch etwas sündig gewesen sei. Nein, das ist ja gerade der Unterschied! Er war als einziger absolut ohne Sünde. Nur jemand, der völlig sündlos ist, konnte uns erretten. Darin unterscheidet sich die biblische Botschaft von allen Religionen. Darum stossen sich so viele an dem Wahrheits- und Absolutheitsanspruch Jesu Christi. "Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater, denn durch mich!" (Joh. 14,6).
Homöopathen vergleichen ja immer wieder biblische Texte mit ihrer Lehre: Im Alten Testament mußten die Israeliten, die von einer giftigen Schlange gebissen worden waren, auf die eherne aufgerichtete Schlange blicken, dann wurden sie geheilt. Das sei Simile-Prinzip. Welche Verdrehung! Auch bei dieser Stelle der Bibel ging es um den Glauben an das, was Gott dem Volk sagte. Nicht die Schlange war die Rettung vor dem Gift, sondern der Gehorsam, der vorbehaltlose Glaube in Gottes Wort.
Auch die Stelle in Phil. 2,6-8, hat nichts mit dem Simile-Prinzip zu tun: ".. da er sich in Gottes Gestalt befand, es nicht wie einen Raub festhielt, Gott gleich zu sein; sondern sich selbst entäußerte, die Gestalt eines Knechtes annahm und den Menschen ähnlich wurde, und in seiner äußern Erscheinung wie ein Mensch erfunden, sich selbst erniedrigte und gehorsam wurde bis zum Tod, ja bis zum Kreuzestod."
2. Säule: Potenzierung
Für Hahnemann war das Medikament keine chemische Entität (chemische Wirklichkeit), sondern der Träger einer Kraft mit magischen Zügen. Die vis vitalis (Überzeugung, dass das Leben der Auswirkung einer inneren unsichtbaren Kraft entspringt!) des Organismus sollte durch die geistige Kraft des Medikamentes verstärkt werden.
Diese Kraft ist pure Spekulation!
Betrachten wir aus dieser Perspektive auch die sogenannte «Potenzenlehre».
Aus der gottlosen Sicht Hahnemanns muss konsequenterweise folgen, dass homöopathische Arzneien in einen geistartigen Zustand versetzt werden, um die geistartige Lebenskraft wieder in Harmonie zu bringen. Darum wurden die arzneilichen Substanzen verdünnt.
Hahnemann war überzeugt, dass durch diese Verdünnung die der Arznei innewohnende geistartige Kraft freigesetzt werde. Er war empört, wenn nur von «Verdünnung» gesprochen wurde. Für ihn war es viel mehr, nämlich ein «Dynamisieren», und er war deshalb erleichtert, als er auf den Ausdruck «potenzieren» stiess. So schritt er zu immer höheren Potenzen. Hahnemann selbst riet sogar dazu, Hochpotenzen herzustellen und zu verwenden, weil er überzeugt war, dass in ihnen noch stärkere Heilkraft sei; ja, er glaubte, Riechen würde genügen, weil bei Hochpotenzen «geballte Energie» ausgestrahlt werde ...
Mit dem Potenzierungsvorgang bezweckt man also sowohl das Verdünnen der Arzneistoffe als auch das Verstärken der Heilwirkung. Die Ausgangssubstanz soll damit zunehmend «entmaterialisiert» werden. Wirksam wird somit nicht die eigentliche Arznei, sondern deren immaterielle Heilkraft.
Jeder Beleg für die grössere Wirksamkeit durch Verdünnen oder für eine Wirkungsumkehr fehlt. Die Bemühungen, Hahnemanns geistigen Kräfte auf ein naturwissenschaftlich handfestes Fundament zu stellen, sind gescheitert. Viele Gegner der Homöopathie streiten darüber, bis zu welcher Potenz noch Moleküle der eigentlichen Arznei enthalten seien. Doch dieser Disput ist müssig, da es den Homöopathen, wie wir gesehen haben, um etwas ganz anderes geht, nämlich um die angeblich geistige Kraft des Medikaments.
Die Homöopathie unterschlägt die Verunreinigungen. Für Hahnemann war Brunnenwasser rein.
Unsere modernen Analysemethoden reichen bis in den femtomolaren (das ist 10 hoch minus 15 mol/l) Bereich. Die mit ihrer Hilfe nachgewiesenen Bestandteile in Wasser oder Äthanol, zum Beispiel «Arsenik», sind zum Teil essentielle (also lebensnotwendige, eigentliche) Bestandteile homöopathischer Urtinkturen.
Verdünnungen machen aber keinen Sinn mehr, wenn das Verdünnungsmittel bereits den zu verdünnenden, medizinisch wirksamen Stoff enthält (z.B. Arsenik).
3. Säule: Typen- und Arzneimittellehre
Die homöopathische Arzneimittel-Abgabe ist vordergründig rätselhaft. Der Homöopath verabreicht dasselbe Mittel für ganz unterschiedliche Erkrankungen in unterschiedlicher Potenzierung. Es geht letztlich nicht um die Krankheit, sondern um die gestörte Lebenskraft. Das heisst, der Homöopath muss die Charaktermerkmale, den Typ des Patienten, herausfinden, um ihm dann das entsprechende Homöopathikum, das seinem Typ entspricht, verabreichen zu können. Der Patient wird ausführlich über Dinge befragt, die seiner Meinung nach oft nichts mit seinem Leiden zu tun haben. Aber er empfindet es als wohltuendes Interesse an seiner Person.
Der Homöopath nimmt sich Zeit. Sein Interesse gilt aber ganz der Frage, welches Homöopathikum dem Charakter des Patienten entspricht. So wird von einem homöopathischen Mittel wie von einer Person gesprochen.
Da gibt es die Agnus-Castus-Patienten, die das Mittel Agnus-Castus bekommen, Aurum-Metallicum-Patienten wird Aurum-Metallicum verabreicht, Barium-Carbonicum-Kinder erhalten Barium-Carbonicum usw.
Oder da ist der Acidum-nitricum-Patient. Acidum nitricum steht für Reizbarkeit und Empfindlichkeit. Der Homöopath hat durch Gespräche und Fragen seinen Charakter erkannt und ihm das Homöopathikum mit demselben Charakter zugeordnet.
Es folgen Zitate aus dem Buch "Essenzen homöopathischer Arzneimittel" von G. Vitula Vithoulkas:
"Der Acidum-nitricum-Patient ist reizbar, er ist empfindlich, sowohl im Inneren als auch nach aussen hin, weil ihn jeder Lärm, jede Störung beeinträchtigt und er sich durch jede Kleinigkeit im Umgang mit anderen Menschen verletzt fühlt. Er ist unglücklich, unzufrieden und kann nicht verzeihen. Er ist so mit seinem eigenen Leid und seiner Unzufriedenheit beschäftigt, dass er nichts mehr um sich herum wahrnimmt.
Sexuelle Erregbarkeit ist ein anderer Zug dieses Mittels. Der Acidum-nitricum-Patient ist oft der Typ Mann, der zu Prostituierten geht, um seine körperlichen, sexuellen Gelüste zu befriedigen; emotionale oder geistige Kontakte bedeuten ihm nichts. Schliesslich kommt es zu seelischen Störungen. Es mag sein, dass Acidum-nitricum-Patienten Selbstmordgedanken nachhangen, weil sie keinen Ausweg mehr in dieser Welt sehen. Sie fühlen sich zu schwach, mit den Umständen fertig zu werden. Aber durch ihre grosse Furcht vor dem Tod fehlt der Mut, sich umzubringen.
Ich erinnere mich eines Falles, wo ein Patient mit der Pistole in der Tasche zum Behandlungstermin erschien. Bereitwillig gab er zu, sich zum Selbstmord entschlossen zu haben. Er trage die Pistole mit sich herum und warte nur auf den richtigen Zeitpunkt. Er hatte sie schon seit Monaten in der Tasche". Und nun folgt die ungeheure Aussage: "Er bekam Acidum-nitricum und verkaufte seine Pistole". (!)
Kollmann schreibt: "Die klassische Homöopathie behandelt im Grunde genommen kein Symptom, weder eine Krankheit noch ein Organ. Sie behandelt einen kranken Menschen in seiner Gesamtheit" (siehe sein Buch a.a.O.). Er führt dann Beispiele an: "Die Schülerin B.K., 16 Jahre, war in Mathematik in der Realschule immer weit unter dem Durchschnitt. Sie war ausserstande, eine Aufgabe zu lösen, die das Denken zu sehr strapazierte. Das Mädchen erhielt aufgrund ihrer Symptomatik das Mittel Phosphor in sehr hohen Potenzen, während etwa vier bis fünf Monaten. Seither hat sie in Mathematik keine Schwierigkeiten mehr".
Es ist schon erstaunlich: Der eine legt nach Einnahme des charakteristischen Homöopathikums seine Pistole weg und wird verändert, das junge Mädchen lernt mühelos Mathe!
Ich selbst bin handwerklich etwas ungeschickt und etwas impulsiv. Was für ein Mittel würden Sie mir empfehlen? - Wie schön, wenn sich meine charakterlichen Mängel, meine Fehlverhalten auf diese schnelle Tour beheben liessen!
Vitula Vithoulkas beschreibt das Beispiel eines Veratrum-Patienten, der sich über seine Identität im unklaren gewesen sei. Er ist der Strassenprediger, der tagaus, tagein die Menschen zu Reue und Busse ermahnt und dabei immer wieder lauthals zu tugendhaftem Leben aufruft.
Im Gegensatz zu Stramonium verfügt Veratrum nicht wirklich über grössere körperliche Kraft, dafür aber über erstaunliche Ausdauer. Nach dem Urteil dieses bekannten Homöopathen ist das Erkennen des Veratrum-Patienten nicht ganz leicht. Der Veratrum-Charakter kommt erst etwas später deutlich heraus, nämlich dann, wenn der Patient Überheblichkeit zeigt. Sie muss nicht unbedingt religiös gefärbt sein, aber der Patient fühlt sich andern überlegen. (...) Veratrum ist religiös und selbstgerecht, es ist kritischer und hochmütiger als die anderen Mittel.
Ob der erwähnte Strassenprediger nun ein Christ war oder nicht, bleibe dahingestellt. Es wird aber als krankhaft hingestellt, wenn jemand zu Reue und Busse aufruft. Klingeln da nicht alle Alarmglocken?
Fassen wir zusammen:
Jeder Mensch ist einmalig, mit unterschiedlichen Stärken und Schwächen.
Ich bin ein Choleriker und kann mich doch nicht entschuldigen, wenn ich gefühlskalt bin oder aggressiv reagiere. Sünde bleibt Sünde. Unsere Stärken und Schwächen müssen geheiligt und gereinigt werden.
Die Harmonielehre der Homäopathie ist eine Ersatzreligion: Der Mensch ist, wie er ist, beispielsweise ein "Acidum-nitricum-Mensch". Er kann nichts dafür!
Denken wir an das Beispiel des Mannes mit der Pistole, der Selbstmord begehen wollte. Der Homöopath muss nur durch geschickte Fragen den Typus herausfinden und dann das entsprechende homöopathische Mittel verabreichen, und schon ist der Mensch geheilt: Er legt die Pistole weg. - Wäre es da nicht sinnvoll, Verbrecher homöopathisch zu behandeln? Unsere Gefängnisse wären dann weniger überfüllt. Wäre Homöopathie nicht auch die Lösung für das Drogenproblem?
Durch homöopathische Mittel soll der Mensch selbst fähig sein, in Ordnung, in Harmonie und Übereinstimmung mit dem Sein zur klaren Lebenskraft zu kommen. homöopathische Medikamente sind also ein Ersatz für Vergebung der Sünde, Ersatz für Jesus Christus. Homöopathie ist eine Ersatzreligion.
Wenn wir verstanden haben, dass sowohl das Simile-Prinzip wie auch das Potenzieren kein Prinzip ist, sondern eine Heilslehre, ein anderes Evangelium, dann verstehen wir auch die verschiedenen Arzneimittel-Auswahlen.
Ich zitiere nochmals aus dem Buch von Harry Kollmann "Die andere Medizin":
Fehlende Indikation:
Auf dem Fläschchen oder Schächtelchen mit homöopathischen Mitteln steht zwar ein Name, etwa Chamomilla D 12. Aber es steht nicht da, wofür oder wogegen dieses Mittel sein soll. Auch kein Beipackzettel offenbart dieses Geheimnis. Ist es nun wirksam gegen Kopfschmerzen oder gegen Durchfall? Man weiss es nicht. Das Eigenartige ist, dass einem das auch kein Homöopath sicher sagen kann. Wenn Sie mit Ihren Gallenkoliken zum Homöopathen gehen, beginnt ein eigenartiges Spiel. Der Mann scheint neugierig zu sein. Dass Sie Gallenkoliken haben, interessiert ihn zunächst nicht. Dafür aber interessiert er sich für die seltsamsten Dinge aus Ihrer Vergangenheit und aus Ihrem Leben. 'Hatten Sie Ärger oder Kummer? Was essen Sie gerne, und was mögen Sie absolut nicht? Trinken Sie lieber kalt oder warm? Wohin fahren Sie lieber in Urlaub: in das Gebirge oder ans Meer? Um welche Zeit sind die Schmerzen besonders stark?' Das ist nur ein kleiner Ausschnitt.
Der Homöopath stellt unwahrscheinlich viele und genaue Fragen, die anscheinend mit den Gallenkoliken nichts zu tun haben und die einem manchmal auf die Nerven gehen können. Auf jeden Fall ist es eine 'Sprechstunde' im wahrsten Sinne des Wortes. Erst nachdem seine Neugierde befriedigt ist, gibt er Ihnen endlich irgendein Mittel. Nehmen wir mal an, es ist China LM6 (Chinarinde). Und so komisch die ganze Fragerei auch war: das Mittel hilft. Sie nehmen es, und es geht Ihnen gut. Es bleibt noch ein Rest im Fläschchen, und Sie merken sich: 'Bei Gallenkolik dieses Fläschchen!'
Eines Tages geschieht es, dass Ihre Tante Luise auch Gallenkoliken bekommt. Sie wollen ihr helfen und machen einen Besuch bei ihr. Sie bringen nicht nur Blumen und eine schöne Spruchkarte mit, Sie bringen auch das Fläschchen mit China D6, das Ihnen so gut getan hat. Aber bei Tante Luise bleibt jeder Erfolg aus. Das Mittel hilft nicht. Die Tante stöhnt unter ihren Schmerzen. Da schicken Sie sie auch zum Homöopathen. Auch sie wird nach allen Regeln der Kunst ausgefragt. Anstatt dass sich der Homöopath nun erinnert: 'Ach ja, der Frau Sowieso habe ich mal gegen die gleiche Krankheit China mit Erfolg verabreicht', bekommt Ihre Angehörige aufgrund des Interviews ein ganz anderes Mittel. Es ist Chelidonium LM6 (Schöllkraut). Und das hilft der Tante Luise.
Nach einiger Zeit klagt Ihre Schwiegermutter über blutende Hämorrhoiden. Auch sie schicken Sie zum Homöopathen, denn bisher war er ja nicht schlecht. Wieder beginnt die Fragerei. Und wieder bekommt auch diese Frau China, obschon sie keine Gallenkolik hat, sondern ganz andere Beschwerden. Aber siehe da, China hilft auch ihr!
Die Homöopathen scheinen sich also selbst nicht einig zu sein, welches Mittel bei welchem Symptom eigentlich hilft und welches nicht. Also: absolut undurchsichtig! Kein Wunder, dass die Homöopathie Stoff genug liefert für Spott, Misstrauen und Verdächtigung. In der Tat sprechen die Gegner allzu gerne von der Einbildung und dem Glauben, den man haben muss, will man durch Homöopathie geheilt werden. Dem ist entgegenzuhalten, dass in der Veterinärmedizin auch Tiere erfolgreich behandelt werden. Tiere aber können sich weder etwas einbilden, noch können sie Glauben an ein Mittel haben. Ausserdem muss man bedenken, dass die meisten Leute erst dann den Homöopathen in Anspruch nehmen, nachdem alle anderen Methoden versagt haben. Eben in diesen 'aussichtslosen' Fällen vermag die Homöopathie oft noch zu helfen. Was soll denn da noch eingebildet sein? Soweit der Homöopath Kollmann.
Die drei Säulen der Homöopathie sind mehr als morsch; sektiererisch, im Sumpf stehend. Homöopathie ist, wie wir gesehen haben, kein Heilverfahren, sondern eine Ersatzreligion. Es ist müßig, darüber zu diskutieren, ob in D23-Potenzen noch Moleküle vorhanden sind oder nicht.
Wer den Organon der Heilkunst liest, weiss, dass Hahnemann etwas ganz anderes anspricht. Sein Bestreben - und das jedes Homöopathen - ist, den Menschen in Einklang mit dem Kosmos zu bringen, in Harmonie mit dem Sein, und das durch homöopathische Mittel.
3. Gleich und gleich gesellt sich gern
Hahnemann war Freimaurer und sympathisierte mit dem Deismus. Zu Konfuzius und seinen Werken meinte er: "Da ist göttliche Weisheit zu lesen, ohne Wunder, ohne Fabel und ohne Aberglauben". Er preist Konfuzius als Wohltäter der Menschheit, der uns den geraden Weg zur Weisheit und zu Gott führte, schon 650 Jahre vor dem Erzschwärmer (Jesus Christus).
Sollte das einen Christen nicht hellhörig machen?
Wir können die Lehre nicht von der Person trennen. Niemand kann sagen, er sei für Homöopathie, distanziere sich aber von Hahnemann!
Hahnemann befürwortete auch die Methode Anton Mesmers, des Erfinders des animalischen Magnetismus, und nannte den Mesmerismus eine "grosse Gabe Gottes" und in Verbindung mit Homöopathie die vollkommenste Art, kranke Menschen zu behandeln.
Es sei dazu der Paragraph 288 aus Hahnemanns "Organon der Heilkunst" in vollem Umfang zitiert:
"Hier finde ich noch nötig, des von der Natur aller übrigen Arzneien abweichenden, sogenannten tierischen Magnetisms, oder vielmehr des (dankbarer nach Mesmer, seinem ersten Begründer, zu benennenden) Mesmerisms Erwähnung zu tun. Diese, oft törichter Weise, während eines ganzen Jahrhunderts geleugnete oder geschmähte Heilkraft, ein wundersames, unschätzbares, dem Menschen verliehenes Geschenk Gottes, mittels dessen durch den kräftigen Willen eines gutmeinenden Menschen auf einen Kranken durch Berührung und selbst ohne dieselbe, ja selbst in einiger Entfernung die Lebenskraft des gesunden mit dieser Kraft begabten Mesmerirer in einem andern Menschen dynamisch einströmt, (wie einer der Pole eines kräftigen Magnet-Stabes in einen Stab rohen Stahl's) wirkt auf verschiedene Weise: indem sie in dem Kranken teils die hie und da in seinem Organismus mangelnde Lebenskraft ersetzt, teils die in andern Stellen allzusehr gehäufte und unnennbare Nervenleiden erregende und unterhaltende Lebenskraft ableitet, mindert und gleicher verteilt und überhaupt die krankhafte Verstimmung des Lebensprinzips des Kranken auslöscht und mit der normalen des auf ihn kräftig einwirkenden Mesmerirers ersetzt, z. B. bei alten Geschwüren, bei Amaurose, bei Lähmungen einzelner Glieder usw. Manche schnelle Scheinkur mit großer Natur-Kraft begabter Zoo-Magnetiker in allen Zeitaltern, gehört hierher. Am glänzesten aber zeigte sich die Wirkung von mitgeteilter Menschenkraft auf den ganzen Organismus, bei Wiederbelebung einiger, geraume Zeit im Scheintode gebliebener Personen, durch den kräftigsten, gemütlichsten Willen eines, in voller Lebenskraft blühenden Mannes, eine Art Todtenerweckung, wovon die Geschichte mehrere unleugbare Beispiele aufweist.
"Ist die mesmerirende Person, des einen oder andern Geschlechts, zugleich eines gutmütigen Enthusiasmus fähig (wohl gar seiner Ausartung, der Bigotterie, des Fanatismus, des Mystizismus oder menschenliebiger Schwärmerei), so ist sie um desto mehr im Stand, bei dieser philanthropischen, sich selbst aufopfernden Verrichtung, nicht nur die Kraft ihrer vorherrschenden Gemütlichkeit auf den ihrer Hilfe bedürfenden Gegenstand ausschliesslich zu richten, sondern auch gleichsam dort zu konzentrieren und so zuweilen anscheinende Wunden zu tun". (Hervorh. B.S.)
Der Mesmerismus
Gerade hier wird wieder deutlich, dass man beim Gebäude der Homöopathie nicht "einzelne Zimmer" betrachten darf, ohne das Ganze zu sehen. Hahnemann würdigt folgerichtig den Mesmerismus, denn die Basis der beiden Konzepte ist dieselbe; ebenso ihre Botschaft. Deshalb sollten wir uns an dieser Stelle näher damit befassen, was Hahnemann so deutlich als "Gabe Gottes" bezeichnet, was so eng mit dem homöopathischen Konzept verknüpft ist. Bereits in früheren "factum"-Ausgaben (1 und 2/89) veröffentlichten wir eine Arbeit von Dr. E. Pavesi über den Mesmerismus. Nachfolgend seien daraus einige Feststellungen zusammenfassend wiedergegeben:
Mesmer wies seinen Zeitgenossen den Weg von einem persönlichen Gott zu einer unpersönlichen "Kraft der Natur". Göttliches Wirken wurde von Mesmer bereits durch den "astralen Einfluss" ersetzt.
Schon vor Hahnemanns Auffassung von der "alles durchdringenden Lebenskraft", verkündete Mesmer das alte okkulte, pantheistische Gedankengut in neuer Form: Beim animalischen Magnetismus würde es sich nämlich um ein allgegenwärtiges Fluidum handeln; ein allen Körpern gemeinsames Prinzip, mit dessen Hilfe sich jeder Gegenstand magnetisieren lasse. Mesmer verzichtete im Laufe seiner Arbeit aber bald auf Magnete und dergleichen. Er selbst war es nun, der, vom magnetischen Fluidum "geladen", Personen und Gegenstände allein durch Berührung oder sogar auf Distanz magnetisieren konnte.
Seine "Behandlungen" führten aber nicht nur zu "Heilungen", sondern - vor allem seine Gruppentherapien - zu eigenartigen Szenen (wie sie uns als dämonische Manifestierungen bekannt sind): "Krampfhafte Zuckungen, Bewusstseinstrübungen, weinerliches Gewinsel, Schreie, Schluchzen und Gelächter machten sich breit; alle wurden angesteckt, als ob ein Strom die Körper durchflossen hätte". (Eine seltsame "Gabe Gottes", die Hahnemann verkündet; nicht wahr?!)
Wie später auch die Lehre der Homöopathie dasselbe Prinzip übernahm (gestörte Lebenskraft), lehrte Mesmer, dass alle Krankheiten die Folge ungleichmäßiger Verteilung des besagten Fluidums im menschlichen Körper seien.
So würden auch alle Behandlungen durch die Schulmedizin höchstens zu einer momentanen Beseitigung einiger Symptome, nicht aber zur Heilung der grundlegenden Störung führen, die sich nur in einer anderen Form manifestieren würde.
Wenn sämtliche Krankheiten auf eine einzige Ursache zurückgeführt werden können, beschränkt sich die Aufgabe der Heilkunde folglich auf die Erforschung dieses einzigen Prinzips und auf die Suche des einzigen Heilmittels. Die Aufgabe des Arztes besteht dann nicht mehr so sehr in der Hinwendung zum Kranken, im Sinne der Barmherzigkeit, jener Caritas, die für Jahrhunderte das ärztliche Ethos animiert hatte; der Arzt wird eher zum Zauberer, der die "Geheimnisse" der Natur entdecken will, der mit eigener Kraft und durch seine Macht über die Natur einen harmonischen "Urzustand" wiederherstellen und somit die Gebrechlichkeit der menschlichen Existenz beseitigen möchte. (Dr. Pavesi zu: "Mesmerismus und Medizin").
Mesmer verkündet ganz bewusst ein anderes Evangelium, das "die einzige Quelle jedweder Erkenntnis und Moral ist". Mesmer spricht ausdrücklich von einem "Evangelium der Natur", als dessen Prophet er sich sieht.
Gottheiten und Dämonen seien "eingebildete Wesen", die sich der Mensch durch dichterische Täuschungen und metaphysische Abstraktion selbst erschaffe.
Mesmer entwickelte auch eine komplette Evolutionstheorie (die ja wie man weiss - hilft, den Glauben an einen Schöpfergott überflüssig erscheinen zu lassen). Mesmers Aussagen über einen Gott sind also nicht als ein Bekenntnis zu einem wirklich personellen Wesen zu sehen.
So macht Mesmer auch Vorschläge bezüglich der Durchführung religiöser Riten. Nach kurzen Hinweisen auf die Existenz eines nicht näher definierten höheren Wesens, beschränkt er den betreffenden Teil der Zeremonie auf einige Meditationen über die Sonne als deren Symbol.
Doch für jede Gemeinde sieht Mesmer jemanden vor, der "Versöhner seiner Mitbürger sein soll". "Ganz besonders wird er der Erhalter der Gesundheit sein. Er wird der Geistliche der Gemeinde genannt. Diese in den Grundsätzen des Mesmerismus unterrichtete Person wird der Pfarrer in jedem Kirchsprengel vorstellen, und dem Volks-Gottesdienst muss er vorstehen und ihn leiten ..."
Das andere Evangelium des Magnetismus erhält also auch gleich seine "Priesterschaft". (Ähnlichkeiten zum anderen Evangelium der Homöopathie sind nicht zufällig!)
Mesmer versucht, esoterisches Wissen und Wissenschaft zu verbinden, indem er esoterisches Wissen auf eine wissenschaftliche Basis stellt und zugleich bestrebt ist, auch der Wissenschaft esoterischen Inhalt zu vermitteln.
Entsprechend waren die Auswirkungen der esoterischen Lehre von Mesmer:
Die These des Körpers als "Kerker der Seele" öffnete der Theorie der Reinkarnation Tür und Tor. Wenn keine funktionelle Einheit zwischen einer bestimmten Seele und einem bestimmten Körper besteht, und die Seele nur verbannt in irgendeinem Körper ist, dann könnte sie im Laufe ihrer Existenz mehrere Körper beseelen. Die Theorien Mesmers stellten den Ausgangspunkt des modernen Spiritismus dar: die Gruppensitzung mit der Kettenbildung, der Trancezustand, die Verwendung dieses Zustandes, um paranormale, aussersinnliche Wahrnehmungen hervorzurufen, sind die erste Form von modernen spiritistischen Sitzungen und parapsychologischen Experimenten.
So finden wir bei Mesmer und seinen engsten Anhängern bereits Phänomene wie Hellsehen oder automatisches Schreiben. Während der magnetischen Behandlung zeigten etliche Patienten eine Veränderung des Bewusstseinszustandes, die man später Somnambulismus oder Trance nannte.
Der Somnambulismus fand schnell zahlreiche Anhänger, vor allem wegen des Interesses an den vielen Möglichkeiten dieses besonderen Zustandes:
Hellsehen und vor allem die Fähigkeit, sich mit "unsichtbaren Wesen unterhalten zu können".
Diese Art Somnambulismus wurde vor allem von okkultistischen Kreisen in Lyon und in Strassburg praktiziert. Sie waren hauptsächlich an den medianischen und hellseherischen Phänomenen interessiert, um höheren Wesen Fragen oft eschatologischer Natur zu stellen.
Unbestritten ist der Einfluss Mesmers auf die Okkultistin Madame Blavatsky, die einige Jahre als erfolgreiches Medium der "Spiritualist Church" angehörte und die in ihrer Lehre vom geistigen Fluidum ganz bewusst an Mesmer anknüpfte.
So übernahmen auch die Theosophische Gesellschaft und Rudolf Steiner viele Aspekte der Mesmerschen Lehre in ihr okkultes Lehrgebäude.
Der Okkultist Eliphas Levi bringt die Sache auf den Punkt: "Der Magnetismus (...) ist magische Kraft in der Vollendung".
Die Wirkungen des Mesmerismus treten auch sehr deutlich bei der Anhängerschaft von Mesmer zutage:
J.C. Lavater magnetisierte seine Ehefrau und benutzte sie als Medium.
Justinus Kerner magnetisierte jahrelang Friederike Hauffe und erhielt von ihr unzählige Botschaften über die Geisterwelt und über das "Hereinragen einer Geisterwelt in die unsere".
Kerner fasste die Berichte im Buch "Die Seherin von Prevorst" zusammen, das grosses Aufsehen erregte. Kerner und die "Seherin" beeinflussten breite Kreise der Romantik, und Franz Brentano konnte dazu in einem Brief bemerken: "Merkwürdig ist das allgemeine Hervortreten der Geister- und Wunderwelt und besonders die Gewalt des Satans ..."
Selbst Schopenhauer, der aus seiner antichristlichen Haltung heraus, sich mit dem Mesmerschen Magnetismus beschäftigt hatte, stellte fest: "Magnetismus, zweites Gesicht, Magie, Geistersehen (...) sind verwandte Erscheinungen, Zweige eines Stammes (...). Der animalische Magnetismus ist (...) wirklich die praktische Metaphysik ..."
Diese Beispiele sollten genügen, um zu erkennen, wes Geistes Kind der Mesmersche Magnetismus ist, hinter den sich Hahnemann mit seiner homöopathischen Lehre so deutlich stellte.
Geistheilung
Dr. Harald Wiesendanger - deutscher "Guru" der Geistheiler und Autor des neuen Buches "Das grosse Buch vom Geistigen Heilen"- erläuterte anläßlich der Psi-Tage im November '94 in Basel: "Energetische Medizin will Leiden an ihrer Wurzel packen. Sie ist darauf aus, Ungleichgewichte im Energiehaushalt, Blockaden im Energiefluss, krankhafte Schwingungsmuster zu beseitigen - besser noch, ihnen vorzubeugen. Darauf zielt eine kaum noch überschaubare Vielfalt von Therapieansätzen, von Akupunktur über Homöopathie, Bach-Blüten (...) bis hin zu Schiatsu, Tai-Tschi (...). Gesundbeten, Fernheilen und andere geistige Heilweisen stehen für energetische Therapie in ihrer reinsten Form. Esoteriker mutmassen, dass auch beim geistigen Heilen Schwingungen übertragen, Felder aufgebaut und Ströme beeinflußt werden allerdings auf einer so feinstofflichen Ebene, dass sie vorhandenen physikalischen Messinstrumenten bislang ebenso entgehen, wie es Elektrizität und Magnetismus in früheren Jahrhunderten taten. Die dabei wirksamen Energien lassen sich vermutlich nicht nur durch menschliche Heilsabsichten aktivieren, sondern auch durch Hilfsmittel wie Edelsteine und Pyramiden, Akupunkturnadeln und homöopathisch verdünnte Substanzen".
In einem Interview antwortet Wiesendanger auf die Frage: "Ist geistiges Heilen an einen Heiler gebunden?""Ja und nein. Manches spricht dafür, dass die gleichen oder ähnliche Energien, die ein Handaufleger, Gesundbeter oder Fernheiler vermittelt, auch von gewissen Hilfsmitteln abgegeben werden können: zum Beispiel von Edelsteinen, Farbfolien, Pyramiden, Bach-Blüten und Homöopathica." (Quellen: offizielles Pressematerial vom "Weltkongress für Energetisches Heilen" in Basel).
Wir verbreiten unsere Zeitschriften "ethos" und "factum" nicht nur in der Schweiz, sondern auch in italienischer, in rumänischer, ungarischer, in tschechischer und slowakischer Sprache. Wir wollen in diesen Ländern das Evangelium von Jesus Christus verbreiten.
Wenn nun plötzlich Saddam Hussein, Assad, Schirinowski, Mafiosi oder ähnliche zwielichtige Personen sagen würden, "ethos" sei sehr zu empfehlen, müsste ich ernsthaft sagen, dass wir in "ethos" sicher nicht an der Bibel orientierte Artikel veröffentlichen. Nun sehen wir aber, dass Anthroposophen, Esoteriker, Geistheiler, indische Gurus, brasilianische Medizinmänner usw. glühende Verehrer der homöopathischen Lehre und Mittel sind.
4. WirkungenIch habe nie bestritten, dass homöopathische Mittel und homöopathische Behandlungen nicht auch Wirkungen zeigen. Wenn mir jemand sagt, dass er in drei Monaten zwei Millionen verdiene, und diese zwei Millionen auch präsentiert, dann bezweifle ich nicht, dass er die zwei Millionen hat.
Die Frage ist nur, auf welche Art und Weise er zu diesem Geld gekommen ist. Hat er betrogen? Hat er dazu einen Einbruch verübt? Das ist entscheidend.
Wir alle kennen den "Placebo-Effekt", wir wissen um die Einbildungskraft, um Glauben, um Gefühle, um Aberglauben. So ist bei der Homöopathie die ganze Bandbreite von Selbsttäuschung und Einbildung vorhanden, bis hin zu okkulten Wirkungen und zur Verführung Satans, der dem Menschen suggeriert, er könne psychisch und physisch wieder völlig gesund werden, nur in Übereinstimmung mit sich selbst, dem Sein und dem Kosmos, und das durch entsprechende homöopathische Mittel.
Wenn man sich eingesteht, dass die Botschaft der Homöopathie die Notwendigkeit von Vergebung durch den lebendigen Gott überflüssig macht, dass also auch das Opfer Jesu auf Golgatha, sein stellvertretender Sühnetod, völlig sinnlos und unnötig sind - dann dürfte es nicht mehr schwer fallen zu erkennen, welche übernatürliche Realität hinter dem Gedanken- und Therapiegebäude der Homöopathie steht - egal, welch christlichen Mantel man ihr umzuhängen sucht!
5. Leben oder Tod
5. Mose 30,19+20: "Ich nehme heute Himmel und Erde wider euch zu Zeugen:
Ich habe euch Leben und Tod, Segen und Fluch vorgelegt; so erwähle nun das Leben, auf dass du lebst, du und dein Same, indem du den Herrn, deinen Gott, liebst, seiner Stimme gehorchst und ihm anhängst; denn das ist dein Leben und bedeutet Verlängerung deiner Tage, die du zubringen darfst im Lande, das der Herr deinen Vätern, Abraham, Isaak und Jakob, zu geben geschworen hat."
Wählen wir einen falschen Heiler, der uns in die betrügerische, esoterisch verlogene Scheinwelt lockt, oder glauben wir an den Retter und Erlöser Jesus Christus, der uns liebt und uns im wahrsten Sinn des Wortes heil macht?
Bruno Schwengeler, Berneck / Schweiz